Vom Blitz betroffen

Frankfurt – Fast täglich wechselt sich die große Hitze mit Sturm, Donner und Blitz ab. Doch an das Gewitter vom Mittwochabend haben die Bewohner eines Sindlinger Neubaugebiets eine gefährliche Erinnerung. Von Andreas Einbock

Vom Blitz getroffen versperrt ein 20 Meter langer und zehn Meter breiter Ast den Weg zwischen zwei Wohnblöcken. „Alles ging so schnell“, erinnert sich Malika Zerdeb. Die 22-jährige Hausfrau wollte gerade die Wäsche vom Balkon holen, als aus dem Wind ein Orkan wurde. „Es donnerte heftig, der Sand wurde hochgewirbelt und dann sah ich, wie der Blitz direkt in den Baum einschlug“, schildert die Mutter eines vierjährigen Sohns. Der turnt gern auf dem Spielplatz, der nur fünf Meter neben der abgebrochenen Linde liegt. „Noch eine Minute bevor der Blitz einschlug, spielten dort die Kinder. Ein Glück, dass sie schnell gerannt sind“, sagt Zerdeb.

Feuerwehr und Nassauische Heimstätte reden sich raus

Der Blitz hat an der Linde braune Brandspuren hinterlassen.

Dieses rasche Handeln wünscht sich die besorgte Anwohnerin auch von der Feuerwehr und ihrem Vermieter, der Nassauischen Heimstätte. „Doch da kamen bisher nur Ausreden und Vertrösten“, schildert sie ihre Verzweiflung. Von der Feuerwehr bekam sie die Antwort, dass es sich um ein Privatgelände handeln würde und sie nur reagieren dürften, wenn der Baum längere Zeit liegen bleibt oder etwas Schlimmeres passieren würde. Wütend machte Zerdeb aber die Reaktion der Nassauischen Heimstätte.
„Die sagten mir, dass sie viel zu tun hätten und dass es schon nicht so schlimm sein wird“, berichtet Zerdeb und ergänzt: „Auf meinen Hinweis, dass auf dem Baum und den Ästen Kinder spielen würden, bekam ich den Hinweis, selbst darauf zu achten und die anderen Kinder zu warnen.“ Um ihren Lieblingsplatz muss Chantalle Müller jetzt einen Bogen machen. „Gestern sprangen einige Kinder schon auf dem Baum herum“, macht sich die Zehnjährige Sorgen.

An der Parkpflege wurde gespart

Dass ihr nichts passiert, darauf passt ihr Stiefvater Thomas Kasch noch mehr auf. „Keiner macht etwas. Früher hatten wir eine gute Gärtnerei, die die Anlagen regelmäßig und gut gepflegt hat. Doch das ist alles weggespart worden“, schimpft Kasch. Alexander Engels von der Nassauischen Heimstätte beschwichtigt: „Ich kenne das Problem erst seit Freitag. Wir haben unsere Baumpflege-Firma sofort losgeschickt. Sie wird zunächst die Unfallgefahr beseitigen. Die Schnittarbeiten werden im Laufe der Woche folgen.“ Der EXTRA TIPP bleibt dran.

Rubriklistenbild: © ane

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