Blechdosen schmecken keinem

Karl-Heinz Heckelmann wirbt mit neuer Broschüre fürs Miteinander in Feld und Flur.F.: ane

Taunus – Bei Sommer und Sonne zieht es Naturfreunde und gestresste Großstädter in Wald und Wiesen: Doch wo es früher harmonisch zuging, kommt es heute oft zu Konflikten. Mit einem Feld- und Flurknigge wollen Landwirte nun aufklären. Von Andreas Einbock

Der Leitfaden für richtiges Benehmen in Wald und Wiesen ist zwar nur ein besseres Faltblatt, dennoch enthält es alle wichtigen Punkte für einen besseren Umgang zwischen Spaziergängern, Freizeitsportlern, Hundebesitzern, Reitern und Bauern. „Jeder meint, der Landraum gehöre ihm und man könne machen, was man will“, sagt Karl-Heinz Heckelmann. Der Leiter vom Amt für den ländlichen Raum in Bad Homburg will zwischen den zwei Interessengruppen vermitteln und wirbt für einen rücksichtsvolleren Umgang. Denn während die einen ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, wollen die anderen ein paar erholsame Stunden in der Natur verbringen.

Ab durch die Mitte ist ein Problem

Neu sind die Probleme nicht. „Doch seit die Freizeit bei den Menschen mehr wird und die Städter in die Dörfer gezogen sind, ist es für uns schwieriger geworden“, sagt Manfred Fritzel vom Kreisbauernverband Hochtaunus und ergänzt: „Ein Fahrrad oder Kinderwagen lässt sich nun mal leichter zur Seite schieben als einen Mähdrescher.“ Genau dieses Vorbeilassen stelle selbst bei gewillten Spaziergängern ein Problem dar, berichtet Christian Staehr. Oft beobachtet der Landwirt aus Neu-Anspach, dass sich kleine Gruppen auf dem Feldweg immer auf beide Seiten des Weges aufteilen, sobald der Bauer mit einem Nutzfahrzeug angefahren kommt.

Einem anderen physikalischen Phänomen versucht Staehr seit Jahren auf die Spur zu kommen. „Wenn die Cola-Dose voll ist, kann sie meilenweit getragen werden. Ist sie leer, fällt sie sofort nach unten“, sagt Staehr. Doch Metall-Gegenstände wie diese machen die Ernte zum großen Problem. Zum einen zeigen die modernen Mähdrescher jedes Metall an und blockieren. Staehr: „Falls doch so etwas ins Getreide gelangt, landet es dann in unserem Essen oder die Kühe fressen es mit.“

Mini-Feldschützen soll aufklären

Auf diese und weitere gefahren weist der Leitfaden in den fünf Schwerpunkten Hunde, Diebstahl, Müll, Feldverhalten und Wegerecht hin. Denn nach dem es keine Feldschützen mehr gäbe, die für Ordnung zwischen Wald und Wiesen gesorgt haben, sei mehr Aufklärung nötig. Die soll auch in den Schulen geleistet werden. „Dort wollen wir Mini-Feldschützen ausbilden“, sagt Amtsleiter Karl-Heinz Heckelmann. Zudem soll es ab Herbst die Möglichkeit für ein Hof-Diplom geben.

Weitere Informationengibt es unter www.land-partie.de.

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