Nach EZB-Eröffnung in Frankfurt

Protest-Bilanz: 150 verletzte Polizisten, 26 Festnahmen

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Ein brennendes Auto in Frankfurt.

Frankfurt - Brennende Autos, Mülltonnen, Barrikaden und Autoreifen: Die Protestaktionen zur Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank (EZB) haben die Frankfurter Feuerwehr rund 50 mal ausrücken lassen. 150 Polizisten wurden verletzt, 26 Menschen festgenommen.

Der Rettungsdienst zählte zudem 280 Einsätze, wie die Feuerwehr heute mitteilte. Die meisten Verletzungen gingen auf Stürze, Steinwürfe und Reizgas zurück. "Viele weitere Brände wurden durch Wasserwerfer der Polizei sowie durch die Polizisten gelöscht, da die Feuerwehr aus Selbstschutzgründen nicht in den Gefahrenbereich eingefahren ist", heißt es in einer Mitteilung.

Zwei Feuerwehrleute wurden durch Reizgas leicht verletzt. Unbekannte hatten in der Nähe der EZB am Mittwochmorgen auf ein Löschfahrzeug und ein Erkundungsfahrzeug der Feuerwehr Steine geworfen und Scheiben beschädigt.

Am Mittwochmorgen ab 05:50 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu brennenden Mülltonnen im Kettenhofweg und zu brennenden Fahrzeugen in die Bockenheimer Anlage sowie Eschenheimer Anlage alarmiert. Gegen 7:00 Uhr kam es zu mehren Bränden von Fahrzeugen, Autoreifen und weiteren Straßenblockaden im Bereich des Danziger Platzes, des Ernst-Achilles-Platzes und der Ostbahnhofstraße. Hier wurden auf ein Löschfahrzeug sowie auf ein Führungsfahrzeug, welches zur Erkundung eingesetzt war, Steine geworfen und dadurch die Scheiben beschädigt. Zwei Einsatzkräfte wurden dabei durch Reizgas leicht verletzt. Nach ambulanter Behandlung konnten beide ihren Dienst wieder aufnehmen. Im weiteren Tagesverlauf kam es immer wieder zu Kleinbränden. Insgesamt wurde die Feuerwehr bei 47 Meldungen aktiv. Viele weitere Brände wurden durch Wasserwerfer der Polizei sowie durch die Polizisten gelöscht, da die Feuerwehr aus Selbstschutzgründen nicht in den Gefahrenbereich eingefahren ist. In der Nacht zum Donnerstag gab es insgesamt acht Feuermeldungen zu verzeichnen. Es handelte sich hierbei um brennende Müllbehältnisse und Unrat im Innenstadtbereich sowie um einen brennenden Personenwagen in der Mulanskystraße in Bockenheim. Des Weiteren waren in diesem Zusammenhang rund 280 Einsätze des Rettungsdienstes zu verzeichnen.

Hohe Schäden bei der VGF

Bei den Krawallen während der Blockupy-Proteste in Frankfurt sind auch an Bus- und Straßenbahnhaltestellen erhebliche Schäden entstanden. Etliche Wartehäuschen und Fahrscheinautomaten seien beschädigt worden, sagte Bernd Conrads, Sprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) heute. Wie hoch der Schaden insgesamt ist, werde noch ermittelt. Seit Donnerstagmorgen fahren wieder alle Straßenbahnen und Busse. Während der Proteste am Mittwoch war der Betrieb eingestellt worden.

In der Nacht auf Donnerstag lautet die Bilanz: Ein brennendes Auto, Feuer in Mülltonnen und eine Festnahme. Von einigen Einsätzen abgesehen sei die Nacht weitgehend ruhig verlaufen, teilte die Polizei am Donnerstagmorgen mit.

Unbekannte steckten im Stadtteil Bockenheim einen Wagen in Brand. Zudem nahm die Polizei einen Aktivisten fest, der am Mittwoch einen Bundespolizisten angegriffen haben soll. Damit seien insgesamt 26 Menschen im Verlauf der Proteste zur offiziellen Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank (EZB) festgenommen worden, hieß es weiter. 150 Polizisten wurden nach Polizeiangaben verletzt.

Wie viele Demonstranten verletzt worden, ist bisher nicht bekannt.

dpa/red

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