Nachteulen in der Bibliothek

Bibliothek: Lernen und lesen rund um die Uhr

Darmstadt/Frankfurt – Nachts gehen die meisten Lichter aus. Doch bei den Studenten in Darmstadt gehen sie an. Sie können nämlich seit vier Wochen rund um die Uhr in der Uni-Bibliothek lernen. Die Öffnungszeiten passen sich dem unsteten Lebensrhythmus der Studenten an. Von Silke Gottaut

Das Verlangen nach einem ruhigen Arbeitsplatz haben auch Frankfurter Studenten. Doch sie bekommen die Chance nicht. „Viele haben aufgrund mehrerer gering bezahlter Jobs, wechselnden Arbeitszeiten, Studium oder auch teilweise Elternschaft, Schwierigkeiten, die regulären Öffnungszeiten wahrzunehmen“, erklärt Jessica Lütgens vom AStA Frankfurt. „Die Idee einer 24-Stunden-Bibliothek finden wir deshalb grundsätzlich gut. Insbesondere, da tagsüber die Kapazitäten mehr als ausgeschöpft sind.“

Frankfurter Uni zieht nicht mit

Lesen Sie auch:

Reiche Eltern klagen ihre Kinder an die Uni

Aus dem Hörsaal in den Chefsessel

Wenn Uni ist und keiner kommt

Studenten haben immer weniger Geld

Doch Direktor Berndt Dugall der Uni-Bibliothek Frankfurt sieht das anders: „Wir haben gerade hier auch mit noch längeren Öffnungszeiten experimentiert, mussten aber feststellen, dass die Besucherzahlen nach 22 Uhr erheblich zurückgehen.“ Weiter erklärt er: „Eine 24-Stunden-Öffnung würde uns im Vergleich zu jetzt pro Standort etwa 150.000 Euro€ im Jahr mehr kosten. Diese Geld kann zum Beispiel für einen noch besseren Zugang elektronischer Ressourcen verwendet werden.“

Dieses Geld investiert Georg Nolte-Fischer von der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt gerne: „Es werden immer mehr Studenten und somit immer mehr Nachteulen, die einen ruhigen Platz zum Lernen brauchen. In der neuen Bibliothek stehen nun 850 Lern-Plätze zur Verfügung. Und selbst diese reichen manchmal nicht aus.“

Darmstadt ist nun eine von bundesweit fünf Bibliotheken, in der Studenten rund um die Uhr lernen können. In Hessen ist es die erste. Darüber freut sich Edis Eminovic. „Weil ich oft tagsüber arbeiten muss, kann ich nun schon um fünf in die Bibliothek gehen und anschließend zur Arbeit.“

Rubriklistenbild: © got

Mehr zum Thema

Kommentare