Nach Neugestaltung in Seckbach

Bewohner sauer: Betonmauer entstellt den Atzelbergplatz

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Ziemlich erschreckend: die gegenwärtig entstehende Mauer am Atzelbergplatz

Frankfurt - Der Atzelbergplatz in Seckbach, seit vielen Jahren Thema im Quartier, sollte für über vier Millionen Euro schöner, grüner, lebendiger werden und sich zu einem beliebten Treffpunkt der Seckbacher entwickeln. Jetzt entsteht eine 1,20 Meter hohe Betonmauer.

„So hatten wir uns das nicht vorgestellt!“ Diese Äußerung von Menschen, die gegenwärtig über die Baustelle auf dem Atzelbergplatz gehen, macht in Seckbach die Runde. Bewohnerin Helga Heise hat die Initiative ergriffen: „Die letzte Ausführungsplanung wurde den Bürgern im Detail und auch für Laien verständlich nicht vorgestellt“, kritisiert die bereits in der Vorplanung engagierte Heise. „Eine geschlossene Stahlbetonwand war für mich nicht klar“, sagt sie und zeigt auf die Mauer, die tatsächlich riesig und erdrückend wirkt. Seit 2008 wird über das Projekt geredet. Es gab eine Planungswerkstatt, Vorstellungen im Ortsbeirat, Workshops. Der Platz, seit vielen Jahren Thema im Quartier, sollte schöner, grüner, lebendiger werden und sich zu einem beliebten Treffpunkt der Seckbacher entwickeln.

Und nun? Am 22. Mai gab es im Baustellencafé eine Veranstaltung mit Monika Selig vom Stadtplanungsamt, zuständig für die Neugestaltung des Atzelbergplatzes. Mit dabei waren auch Planer Holger Müller  und Baustellenleiter Ralf-Peter Skupsch. Sie bestätigten, dass es eine 1,06 Meter hohe Mauer, darauf ein Handlauf und eine Beleuchtung geben werde. Insgesamt kommen dann 1,20 Meter zustande. „Die Fachleute erläuterten auch, dass sich so eine Mauer nicht einfach absägen lasse, wie vom Bürgerforum gefordert“, erklärt Werner Skrypalle, Ortsvorsteher des Ortsbeirats elf (Fechenheim, Riederwald, Seckbach). Ein Abriss, so hätten die Experten gesagt, sei aufgrund der Armierungen nicht möglich. Die Eisenkonstruktion sei jedoch für die Stützmauer notwendig. Der Architekt hatte die Idee, den Platz zu begrenzen und plante deshalb die Mauer. Das sieht ein Berufskollege, der am Atzelbergplatz wohnt, ganz anders. Er wandte sich mit mehreren sachlichen Schreiben und Vorschlägen an die Stadt. Helga Heise und mit ihr viele Seckbacher wollen sich keine Wand vor die Augen setzen lassen. „Wenn man später auf dem Platz steht, könnte man noch eine Ahnung von den einstigen Blickachsen bis hin zum Spessart haben, wer auf den künftig aufgestellten Bänken sitzt, wird das schon nicht mehr so sehen, von den Kindern ganz zu schweigen“, empört sich Heise. Sie will nicht, wie vom Stadtplanungsamt empfohlen, „erst einmal abwarten“. „Wenn der über vier Millionen teure Platz fertig ist, müssen wir damit leben – ob es uns passt oder nicht. Man fühlt sich so ohnmächtig angesichts dieser gigantischen Mauer“, sagt Helga Heise und fordert jetzt mehr Aufklärung und Gespräche. Am Montag, 16. Juni, trifft sich der Ortsbeirat elf, Holger Müller und Ralf-Peter Skupsch werden anwesend sein. „Möglicherweise finden wir da eine Lösung. Auf alle Fälle wird das Thema nochmals diskutiert“, informiert Werner Skrypalle.

jf

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