Müll, defekte Fahrstühle, Ungeziefer

Bewohner der Frankfurter Heimat- und Kisselsiedlung machen ihrem Ärger Luft

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Die Besucher verfolgten Interessiert der Diskussion.

Frankfurt - Unter dem Motto "Wo drückt der Schuh?" lud die SPD-Sachsenhausen am vergangenen Mittwoch zu einer Bürgerversammlung in der Heimat- und Kisselsiedlung. 30 Menschen kamen und berichteten von nahezu unhaltbaren Zuständen.

„Ich wohne selbst in der Kissel-Siedlung“, sagte Thomas Murawski, Vorsitzender der SPD-Sachsenhausen, einleitend. Er wies darauf hin, dass zwei Ortsbeiratsmitglieder anwesend seien, die die Wünsche und Anregungen weitergeben würden. Mike Josef, der SPD-Vorsitzende Frankfurt, und Sieghard Pawlik, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Römer, nahmen zu den angesprochenen Themen Stellung. Alle Beschwerden wurden zudem schriftlich festgehalten.

Eine Mieterin klagte, dass im Haus der Fahrstuhl seit zehn Tagen kaputt sei und es immer lange dauere, bis notwendige Reparaturen ausgeführt würden. Auch die Hausmeister seien – je nach Wohnungsbaugesellschaft – oft nur schwer zu erreichen. Oft hätten sie allerdings auch große Gebiete zu betreuen. Andere Besucher hingegen wiesen auf gute Erfahrungen hin. Einig waren sich alle Anwesenden, dass sowohl die Heimat- als auch die Kissel-Siedlung immer mehr verfielen. Abfälle und Sperrmüll lägen herum, die Gärten seien ungepflegt, es gäbe Löcher in den Straßen und mangelhafte Mülltrennung. Die Teilnehmer beklagten auch, dass auf Baumwurzeln geparkt werde und es so gut wie keine Abfallbehälter in der Straßen gäbe. Manche Anwohner entsorgten zudem Essensreste aus den Fenstern und vom Balkon aus, was Tauben und Ratten anlocke. Auch die großen Müllbehälter seien meist überfüllt. Kritik wurde auch über die nur dürftig vorhandenen Straßenlaternen laut.

Siedlung verkommt zum Ghetto

Ein Problem sei außerdem eine zunehmende Gettoisierung durch ausländische Mitbewohner. Es würde helfen, wenn verschiedene Bevölkerungsgruppen das Viertel bereichern würden. Einige Anwohner kritisierten auch eine mangelnde Polizeipräsenz. Dadurch hätten jugendliche Gruppen leichtes Spiel, es käme zu Belästigungen und Pöbeleien. Zudem werde vor Ort mit Drogen gedealt. Pawlik bot für die Probleme eine persönliche Beratung an, um sich danach mit den Klagen direkt an die Wohnungsbaugesellschaften zu wenden. Mike Josef ergänzte, die Klagen müssten direkt an die richtigen Stellen weitergegeben werden. Bedauerlich sei, dass die Siedlung bislang ohne Treffpunkt und Angebote für Jugendliche auskommen müsse. Er hält ein Quartiersmanagement deshalb für gut. Sieghard Pawlik möchte das Gebiet Sachsenhausen-West daher für das Projekt „Soziale Stadt“ vorschlagen.

ms

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