In 13 Fällen

Krankenkassen-Mitarbeiter ließ sich schmieren - Bewährung

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Frankfurt - Der frühere Abteilungsleiter einer Krankenkasse ist in Frankfurt wegen Bestechlichkeit zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Nach Auffassung des Landgerichts hatte der rechtlich als Amtsträger geltende Angestellte in 13 Fällen rund 5700 Euro Schmiergeld für manipulierte Versicherungsbescheinigungen kassiert. Damit wurden Kunden in die gesetzliche Krankenkasse aufgenommen, die eigentlich kein Beitrittsrecht hatten.

Der Mann hatte sich nach Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten selbst angezeigt. Vor Gericht nannte er den Arbeitsdruck und die von den Vorgesetzten erwartete hohe Zahl an Vertragsabschlüssen als Motiv. "Ein beruflicher Druck gibt ihnen aber nicht das Recht, Straftaten zu begehen", sagte der Vorsitzende Richter am Montag in der Urteilsbegründung.

Strafmildernd wurde unter anderem die Tatsache gewertet, dass den gesetzlichen Krankenkassen durch die unrechtmäßigen Aufnahmen kein wirklicher Schaden entstanden war. "Die Kunden waren medizinisch nicht außergewöhnlich behandlungsbedürftig", hieß es im Urteil. Bewährungsauflagen verhängte die Strafkammer nicht - der mittlerweile als Busfahrer tätige Mann lebt in Privatinsolvenz.

dpa

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