Miese Geschäfte mit Second-Hand-Schuhen

Betrugsprozess in Frankfurt: Winterstiefel nach Afrika geliefert

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Symbolbild

Frankfurt - Der Betrugsprozess um Schuhlieferungen nach Afrika und Asien ist vor dem Landgericht Frankfurt zu Ende gegangen. Der Chef eines Exportunternehmens hatte versucht, sich durch vollkommen unbrauchbare Ware zu bereichern. 

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Das Gericht ging davon aus, dass der 39-jährige Kaufmann in 29 Fällen Schuhe in zentralafrikanische Länder und die Mongolei geliefert hat. Sie sollten eigentlich aus Schuhcontainern stammen und noch benutzbar sein. In Wirklichkeit kaufte er billig Waren an, die in Pakistan vernichtet werden sollten. Sie waren entweder irreparabel beschädigt oder für afrikanische Verhältnisse unbrauchbar - so enthielten die Lieferungen Winterstiefel und gefütterte Hausschuhe. Seinen Geschäftspartnern hatte der Chef zuvor allerdings Bilder von verwendungsfähigen Schuhen präsentiert. 

Darüber hinaus waren die Second-Hand-Schuhe nicht wie vereinbart desinfiziert worden - aus den Containern stieg nach der Ankunft am Zielort hitzebedingt ein stechender Gestank. Insgesamt zahlten die Abnehmer knapp 660.000 Euro für unbrauchbares Material, das sie dann auch noch auf eigene Kosten entsorgen mussten.

Zeugen wurden eingeflogen

Der Chef des Exportunternehmens hatte die Betrugsvorwürfe vor Gericht bestritten. Dennoch wurde er zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt. Sein mitangeklagter Lagerist (54 Jahre) erhielt wegen Beihilfe zu einer Lieferung eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten und Arbeitsstunden.

Die Wirtschaftsstrafkammer hatte während bereits im Vorfeld mit einem schwierigen Verfahren gerechnet. Da der Angeklagte die Vorwürfe bestritt, mussten viele Zeugen aus Afrika und Asien eingeflogen werden. dpa/lhe/skk

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