So benoten Frankfurter ihre Schulen im Internet

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Die am schlechtesten bewerteten Schulen im Frankfurter Stadtgebiet sind auf dieser Karte eingezeichnet.

Frankfurt – Die einen zittern vor ihr, die anderen freuen sich auf sie: Die Zeugnisvergabe. Während Frankfurter Schüler schon seit Freitag mit Freude, Wut oder Trauer an ihre Noten denken, gibt es zum Start der Sommerferien auch Zeugnisse für Frankfurter Schulen – im Internet. Die zehn schlechtesten sind unserer Grafik zu sehen. Von Jennifer Dreher

Als Grundlage für die Benotung der Schulen im Stadtgebiet dient das Portal www.spickmich.de. Dort können Schüler anonym ihre Lehrer oder die ganze Schule bewerten – mit Noten von eins bis sechs.

29 Frankfurter Schulen sind dort registriert. Um in die Bewertung einzugehen, sollte es mindestens 30 Bewertungen geben. Neben den Noten für Kategorien wie „Schulleitung“, „technische Ausstattung“ oder „Qualität der Lehrer“ können die Schüler auch Kommentare zu ihrer Schule abgeben.

Trotz Note 3,77: Schulleiter hat nichts gegen Spickmich.de

Tino Keller

Das Schlusslicht beim Ranking bildet die Helmholtzschule. Bei 59 Bewertungen liegt ihr Notendurchschnitt bei 3,77. Schulleiter Volker Dorsch erklärt das so: „Die Motivation, dort Bewertungen abzugeben, ist höher, wenn sich Frust angestaut hat, als wenn die Schüler im Grunde zufrieden sind. Ich würde mir wünschen, dass die betroffenen Schüler das Gespräch mit der Schulleitung suchen. Wir sind sehr daran interessiert, uns zu verbessern.“ Gegen die Internetseite, auf der die Noten an die Schulen verteilt werden, habe er nichts.

Ratings sollen zur Verbesserung führen

Mit ihr auseinander gesetzt hat sich der Schulleiter der Freiherr-vom-Stein-Schule, Frank Ausbüttel, noch nicht, „Die Seite ist mir nur namentlich bekannt“, sagt er. Für ihn seien nur wissenschaftlich fundierte Erhebungen von Interesse. Doch wissenschaftlich will Spickmich.de gar nicht sein, wie Tino Keller erklärt: „Unsere Ratings sind ein Stimmungsbarometer.“ Das solle auch die Schulleiter interessieren. „Wer eine schlechte Bewertung hat, sollte diese als Anlass nehmen, um eine eigene Umfrage an der Schule zu machen und die Kritikpunkte, die in den Kommentaren genannt werden, überprüfen. An der Uni ist es schon lange üblich, seine eigene Arbeit kritisch zu hinterfragen. Daran sollten sich auch die Schulen ein Beispiel nehmen“, regt Keller an.

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