Gefährliche Raupe

Teure Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner

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Der Eichenprozessionspinner mit den gefährlichen Brennhaaren. 

Neu-Isenburg - Auch in diesem Jahr zieht Guido Lemmen mit seinem Traktor los, um die gefährlichen Eichenprozessionsspinner in Neu-Isenburg zur Strecke zu bringen. Doch leider vergeblich. Die Stadt lässt sich das 10. 000 Euro kosten. Frankfurt schießt sogar 150. 000 Euro in die Luft.  Von Angelika Pöppel

Sobald die Blätter da sind, rückt Guido Lemmen von der Landschaftspflege Janßen aus. Mit dem Traktor und 600 Litern Gift für die Larven des Eichenprozessionspinners im Gepäck, nebelt er rund 200 Bäume am Stück ein. In Neu-Isenburg braucht er für über 800 Bäume sogar 2400 Liter. Wichtig: Der Giftstrahl muss die Baumkrone erreichen, weil die Larven nach oben wandern und dort die Blätter fressen. Außerdem darf es nicht regnen, weil das Mittel sonst von den Blättern abgewaschen wird. In der ganzen Region sind die Raupen-Bekämpfer in diesen Wochen unterwegs. Denn: „Die Larven durchlaufen sechs Stadien und im dritten Stadium entwickeln sie die gefährlichen Brennhaare“, erklärt Kevin Monteith von der Neu-Isenburger Baumkolonne. Deshalb werden die gefährlichen Tierchen eingenebelt, bevor sie die Haare entwickeln.

Haare können allergischen Schock auslösen

Die hat auch Lemmen bereits am eigenen Körper zu spüren bekommen: Nachdem er ein Nest der Raupe aus einer Baumkrone entfernte, kam die böse Überraschung am nächsten Morgen. „Meine Arme waren komplett rot und dick. Ich musste ins Krankenhaus weil ich einen allergischen Schock erlitten hatte“, berichtet der 21-Jährige.

Auch Privatleute müssen vorbeugen

Der Eichenprozessionspinner mit den gefährlichen Brennhaaren.

Um dieses Szenario zu vermeiden, lässt sich Neu-Isenburg die Bekämpfung viel Geld kosten – 10.000 Euro zusammen mit Gravenbruch und Zeppelinheim. Die Stadt Frankfurt wirft literweise, des für Menschen unbedenklichen Mittels Dipel ES mit dem Hubschrauber über dem Stadtwald ab. Kosten: 150.000 Euro. Dennoch lässt sich die Population nicht eindämmen. „Die Besprühung wird nicht flächendeckend gemacht. Das Problem sind die Bäume auf Privatgrundstücken“, sagt Donald Baum vom städtischen Dienstleistungsbetrieb. Deshalb appelliert er an die Bürger die Bäume anzumelden. Vor allem zum eigenen Schutz. 120 Euro kostet das Anrücken des Traktors für den Privatkunden. „Wenn sie nicht bekämpft werden, entpuppen sie sich ungestört und fliegen auf naheliegende Bäume“, erklärt Argrarfachwirt Baum. Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt die Waldrandlage, warme und sonnige Stellen über schattigen, kälteren Orten.

Kein Ende in Sicht: Population lässt sich nicht eindämmen

Die Raupen sind leicht zu erkennen: „Sie wandern wie eine Armee in Zweierreihe den Baum hoch – wie bei einer Prozession. Die weiß-gräulichen Raupen hinterlassen spinnennetz-ähnliche Gebilde an den Astgabelungen. Daher auch der Name“, erklärt Monteith von der Neu-Isenburger Baumkolonne.

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