Über 3500 Produkte 2015 vor dem Verkauf beschlagnahmt

Beim Zoll in Frankfurt sind Laserpointer die Dauerbrenner

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Vergangenes Jahr wurden unter anderem 900 Balance-Scooter aus Sicherheitsgründen beschlagnahmt.
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Frankfurt – Produzenten aus Asien und USA versuchen oft billig produzierte und gefährliche Produkte in den deutschen Verkaufsmarkt zu schleusen. Der Zoll arbeitet auf Hochtouren und fängt oftmals die schlecht gemachte Ware ab. Von Oliver Haas

Zur Sicherheit der Bürger hat das Zollamt alleine im vergangenen Jahr über 3500 Produkte sichergestellt, die als gefährlich eingestuft wurden. Meistens waren es Waren, die billig in China, USA und Kanada hergestellt wurden – auf Kosten der Sicherheit. Erst im November und Dezember vergangenen Jahres hat der Zoll 900 Balance-Scooter beschlagnahmt. Und das aus gutem Grund. Denn: „Die Akkus können leicht überhitzen und die Fahrzeuge besitzen oft keine Anzeige, wenn der Akku schwächer wird“, sagt Christine Straß, Sprecherin vom Frankfurter Zollamt. So sind Unfälle und Verletzungen vorprogrammiert, wenn der Balance-Scooter während der Fahrt plötzlich stoppt.

Auch Plüschtiere werden massenhaft eingezogen

Wenn die Spürnasen vom Zoll in Frankfurt bei einem Produkt Zweifel an der Sicherheit haben, dann muss die Behörde für Marktaufsicht-Produktsicherheit in Darmstadt eingeschaltet werden. Der Dauerbrenner unter den Produkten, die als gefährlich eingestuft werden, sind Laserpointer. „Sie müssen zu 99,9 Prozent als nicht-einfuhrfähig zurückgewiesen werden“, sagt Nicole Ohly-Müller vom Darmstädter Regierungspräsidium. Erlaubt sind die Minilaser in Deutschland mit einer Stärke von 1 Milliwatt (mW). „Sehr oft ist der Wert weit über einem mW und im Extremfall sogar 1000 mW.“ Aber auch jede Menge Plüschtiere werden eingezogen, weil dadurch Kleinteile verschluckt werden konnten. Und damit es beim Umzug oder der Wohnungsrenovierung keine böse Überraschung gibt, wurden auch Lampen und LED-Strahler und -Röhren aus dem Verkehr gezogen. „Hier war die Gefahr eines Stromschlages bei der Installation oder dem Wechsel eines Leuchtmittels gegeben“, sagt Ohly-Müller.

Kettensägen mit bösen Überraschungen

Gleiches galt für zahlreiche Akkuladegeräte, die hierzulande jetzt nicht zu kaufen sind. Geräte für kosmetische Behandlungen waren ebenfalls unter den Produkten, die aus dem Verkehr gezogen wurden. Wer diese benutzt hätte, der hätte schwere Verletzungen an der Haut riskiert. Brandgefährlich wäre es für Verbraucher geworden, wenn gewisse Kettensägen dem Zoll durch die Lappen gegangen wären: Stromschlag- und Brandgefahr hätten den Käufer erwartet. Und es wird mit allen Tricks gearbeitet, um unsichere Produkte auf den Markt zu bringen. So wurden minderwertige Lesebrillen einfach als Schutzbrillen deklariert, um die Einfuhrvorschriften zu umgehen.

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Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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