Baywatch am Knochensee

Nur etwa 20 Sekunden braucht der kleine Kran, dann ist die Libelle zu Wasser gelassen. Trotz fehlenden Motors sind auch die entferntesten Punkte im See zügig zu erreichen. "Bis zum anderen Ufer sind es maximal 170 Meter", sagt Köhler. Die Besucher können sich sicher fühlen.

In den 34 Jahren, die Köhler den See überwacht, landete das Gewässer regelmäßig bei Sicherheits-Rankings im oberen Teil der Liste.

Das mag auch daran liegen, dass der Knochensee an den tiefsten Stellen nur sechs Meter tief ist und es an vielen Stellen Sandbänke gibt, auf denen man stehen kann. Und über die kommt man halt am besten mit einem Tretboot rüber.

"Der See ist eine Herzensangelegenheit", sagt Köhler und blättert in alten Fotoalben. Darin: Bilder vom Bau des Wachgebäudes 1975, rappelvollen Liegewiesen, DLRG Übungen. Bis 1989 machte Köhler den Job ehrenamtlich, dann stellte ihn die Gemeinde, die inzwischen eine Hälfte des Sees gekauft hatte, ein. "Die andere Hälfte ist nach wie vor in Privatbesitz."

Vorher war Köhler, der im oberhessischen Schlitz geboren wurde, 14 Jahre lang Bademeister im Heinrich-Fischer-Bad und hatte einen Saunabetrieb in Klein-Krotzenburg. Logischer Spitzname: Sauna-Karl. Köhler: "So nennen mich heute nur noch die Älteren".

Ein Flugzeugpilot hat Köhler mal gesagt, dass er beim Überflug über den See "die grünste Liegewiese überhaupt" gesehen habe. Dass das so ist, ist auch Köhler zu verdanken. Drei Jahre lang, von 2005 bis 2007 belagerten Kanada- und Nilgänse das Liege-Areal und hinterließen massenweise Vogelkot. Gemeinsam mit der DLRG und dem Kiosk-Pächter hat Köhler jeden Morgen vor dem Öffnen um neun Uhr die Wiese sauber gemacht. Erfolg: "Wir haben die Gänse besiegt".

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