Baustelle in Frankfurt-Seckbach sorgt für Ärger

Anwohner wollen keine Mauer am Atzelbergplatz

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Frankfurt – Die Baustelle Atzelbergplatz in Seckbach macht Fortschritte: Treppen und barrierefreie Wege entstehen zwischen der Atzelbergstraße am oberen Ende des Platzes bis zum Plateau – vor der Mauer. Und genau diese Betonmauer ist nach wie vor Ärgernis der Anwohner.

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„Was soll ich noch kommen, es ist passiert“, bringt Helga Heise die Stimmung vieler am Atzelberg zum Ausdruck. Die Engagierte ist eine von vier Teilnehmern an der Diskussion im Baustellencafé. Annette Glowania vom Stadtplanungsamt und Holger Müller vom Amt für Straßenbau und Erschließung versuchen, mit den Anwesenden über den Stand der Arbeiten ins Gespräch zu kommen. Einfach ist das nicht. Helga Heise moniert den „Kasten- und Ghetto-Charakter“, den der Platz durch die hohe Betonmauer erhalte. „Außerdem sind schlimme Unfälle zu befürchten, wenn Kinder und Jugendliche auf die Mauer klettern“, wendet sie ein, die anderen Bürger teilen diese Ängste. Immer wieder geht es um die unzureichende Information der Bürger über die geplante Mauer. Ein entsprechender einstimmig beschlossener Antrag des Ortsbeirats 11 vom 24. Juni liegt vor, Annette Glowania betont, man werde das prüfen. Ebenfalls geprüft werden sollen die entstehenden Kosten, würde man die Mauer „abschneiden“, auch da liegen noch keine konkreten Zahlen vor. Helga Heise verspürt „keine Wut, nur bürgerliche Ohnmacht. Wir waren seit 2008 als Bürgerschaft an der Planungswerkstatt beteiligt, jetzt haben wir eine Mauer vorgesetzt bekommen, die wir nicht wollten“, sagt sie. Ein Bürger pflichtet ihr bei: „In der Planungswerkstatt wurde fast jede Fliese besprochen, aber wir wurden nicht über die Mauer informiert.“ Glowania war bei diesen Gesprächen nicht dabei, man müsse nachforschen, wie so etwas passieren konnte. „Es ist bedauerlich, dass einiges in der Vergangenheit schief gelaufen ist“, räumt sie ein. Nach der Diskussion geht es gemeinsam über die Baustelle. Noch einmal werden die Dimensionen der Betonmauer deutlich. Die Mauer werde begrünt, Bäume würden gepflanzt, verspricht Glowania. Und unterstreicht: „Wir wollen, dass die Bürger mit dem Platz zufrieden sind.“ Wie das erreicht werden soll, steht in den Sternen – die Fronten scheinen einigermaßen verhärtet. Bleibt abzuwarten, was bei den Recherchen herauskommt und wie hoch die Kosten für mögliche Änderungen veranschlagt werden.

jf

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