Nicht echt: Mit Sprengstoffgürtel und Pistole

Dreieicher Bankräuber kam mit dem Taxi

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Ein Bankräuber lässt sich im Taxi zum Raub fahren und wieder wegbringen.

Dreieich/Fulda - Erst nahm er sich ein Taxi, dann überfiel er eine Bank in Fulda. Die Idee dazu hatte er aus dem Fernsehen. Heute ist der 48-Jährige aus Dreieich verurteilt worden.

Ein filmreifer Banküberfall in der Fuldaer Innenstadt bringt einen 48 Jahre alten Mann aus Dreieich für drei Jahre und drei Monate hinter Gitter. Das Landgericht verurteilte ihn am Donnerstag zu der Haftstrafe und ordnete seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an. Der Bankräuber war am 12. September 2013 bei der Bank mit einem Taxi vorgefahren und zeigte zwei Kassiererinnen seinen mit Plastikschläuchen versehenen Nierengurt, der einem Sprengstoffgürtel glich. Auch einen GPS-Sender und eine Schreckschusspistole hatte er dabei. Die verängstigten Bankangestellten gaben ihm 5000 Euro.

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Anschließend ließ er sich nach Wiesbaden kutschieren. Zehn Tage später stellte er sich der Polizei. Vor Gericht gestand der Angeklagte und erklärte, er habe die Tat aus Wut darüber begangen, dass sein Leben nach der Trennung von seiner Frau im Jahr 2006 aus dem Ruder gelaufen war. Er war zum Alkoholiker geworden, hatte seine Arbeit als Hochdruckrohrschlosser verloren, wurde straffällig und lebte verwahrlost auf einem Campingplatz. Den Banküberfall beging er innerhalb einer Bewährungszeit wegen Diebstahls. Auf die Idee mit der Bombenattrappe habe ihn eine Fernsehsendung gebracht.

Das Gericht räumte dem Mann eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit zu, weil er zum Tatzeitpunkt betrunken war. Der Richter stellte in Aussicht, dass bei einem Therapieerfolg nach zwei Jahren die Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

dpa

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