Bäume für mehr Poesie

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Mit ihren Werken in der Hand stehen Vereinschef Alexander Köhnlein (graues Jacket) und Helga Maurino an der Schillerlinde.

Dreieich – Mehr Gutes in der hektischen Welt verbreiten, das will der Club der Raren Schreibkunst (CRS). Mit Lesungen, eigenen poetischen Werken und einem Dichterhain wollen die 20 Vereinsmitglieder auf die Kraft der Sprache hinweisen. Von Andreas Einbock

Noch erzeugt das Astwerk der vier Bäume im Sprendlinger Bürgerpark kein Rauschen. „Geduld ist das ganze Leben“, sagt Alexander Köhnlein beim Anblick vom Werk des Vereins, den er 2003 gegründet hat. Die Klassik zu ehren, das Wahre, Schöne und Gute zu verbreiten, ist das Anliegen der in Dreieich und Umgebung aktiven Mitglieder.

Am besten gehe das mit Gedenksteinen und Bäumen. „Wir haben schon drei Steine, eine Ruhebank errichtet“, sagt der CRS-Vereinschef. Die jüngste Errungenschaft wurde vor einem Monat gepflanzt. „Das ist eine Esche zu Ehren von Gotthold Ephraim Lessing“, so Köhnlein. Eine Linde, eine Esskastanie und eine Buche stehen bereits seit einigen Jahren wenige Meter entfernt. Möglich werden die Pflanzaktionen durch Baumärkte und Gärtnereien.

Werke werden im stillen Kämmerlein geschrieben

Im Verein sind keineswegs nur Schöngeister. Im Berufsleben sind die Mitglieder Ingenieure, Maler, Kassierer, Sozialarbeiter und Lehrer. Regelmäßig treffen sie sich am ersten Montag eines Monats im Sprendlinger Bürgerhaus zu Lesungen und Gedankenaustausch. Ihre Werke schreiben sie aber im stillen Kämmerlein. Meist entstehen Gedichte, Reime, aber auch Kurzgeschichten und Romane. So wie bei Jürgen Kammerl. Der Darmstädter hat seine zwei Schlaganfälle in Erfahrungsberichten zum „Puzzle des Lebens“ verarbeitet. „Ich habe schon drei Gedichtbände geschrieben. Bald kommt mein siebtes Buch raus“, so Kammerl.

Das nächste Vereinsprojekt ist ein Lyrik-Kalender für 2012. Die nächste Lesung gibt‘s am Montag, 8. Mai,ab 15 Uhr im Bürgerhaus Sprendlingen.

Wald

Oh, Herz großer Liebe,

Dein Wesen die Güte ist, im tiefen Grün Du lebendig strahlst, erholsam Dein Herz, keine Hast von Menschenleben.

Oh, kein Bauwerk so wie Deines, die Zeit in Dir treu geblieben, ja, wie bin ich in Dir getaucht, ach und wie bin ich von Dir gegangen,

Du mich verzaubert hast, Du prächtiger Wald, in Dir das Herz großer Liebe,

in Dir ich Gott berühre, Du edle Krone großer Schöpfung bist. Alexander Köhnlein

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