Nur ein Azoren-Hoch kann Schwimmbäder noch retten

In Schaafheim zählt Freibadleiter Horst Bauer im Moment nur wenige Kunden. Er rät: "Die Menschen dürfen sich nicht nur auf den Wetterbericht verlassen. Der liegt oft genug daneben." Wenn da von Bewölkung die Rede sei, würde sofort der geplante Freibadbesuch abgesagt.

"Auch wenn am nächsten Morgen die Sonne brennt." Er glaubt, dass die Leute von ihren Urlauben unter Palmen viel zu sehr verwöhnt sind. Heute denke jeder, das Wetter müsse mindestens wie in Mallorca sein. "Früher sind wir halt auch bei Bewölkung in die Fluten gesprungen.""Wir brauchen Sonne satt", sagt Susanne Silz, Leiterin des Freibads in Dietzenbach. Zwar sei der Mai stark, Juni und Juli aber so schlecht gewesen, "dass wir noch lange nicht genug Besucher verbuchen konnten."Ihr Kollege Thomas Eitel, seines Zeichens stellvertretender Betriebsleiter des Frei- und Hallenbads in Mühlheim, bestätigt das. "Die Leute sind verwöhnt. Die kommen nur, wenn wirklich stahlblauer Himmel ist." Schon ein paar Schäfchenwolken seien für viele ein Hinderungsgrund. "Wir brauchen einfach zehn Grad mehr und das konstant über mehrere Wochen."Auch im Raum Seligenstadt sind die Liegewiesen dieser Tage nicht gerade überfüllt. "Da tummeln sich zwar immer ein paar hartgesottene im Wasser", meint Andreas Frech, der für das Freibad der Einhard-Stadt zuständig ist. "Die sonnenhungrige Masse will eine stabile Wetterlage, sonst bleiben sie zu Hause." Schade sei nur, dass das Wetter gerade in der Ferienzeit verrückt spiele.Jetzt gibt es nur noch einen einzigen Trumpf, der den Sommer retten kann, ist sich Bauer sicher: "Wir brauchen ein Azoren-Hoch."

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