Er bloggt über seine Morde

Frankfurt hat jetzt einen eigenen Serienmörder

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Autor Martin Olden ist der Schöpfer des Frankfurt Rippers. Seine Taten hat er erst in einem Blog und jetzt in einem Buch veröffentlicht.

Frankfurt – Weil er mit Gedichten und Kinderbüchern wenig Aufmerksamkeit erzielt hat, versuchte es Autor Martin Olden als virtueller Serienkiller. In einem Blog berichtet er über seine Taten. Jetzt kommt sein Buch heraus. Von Christian Reinartz

Klar ist: Martin Olden ist kein Serienkiller. Allerdings hat er es in den vergangenen Monaten geschafft, sich in die Rolle eines mordenden Ungeheuers hineinzuversetzen und dessen Taten niederzuschreiben. Es ist die Geschichte des Frankfurt Rippers, der als Klaus Scholz hinter sich seine blutige Spur durch Frankfurt und das Internet zieht. Scholz ist der nette Nachbar, der ältere Herr mit dem Cord-Sakko, der höflich grüßt, wenn er die Mülltüten rausträgt. Sein Lebensziel: Er will Deutschlands bekanntester Serienmörder werden. Seine Opfer wählt Scholz danach aus, welche ihm die dicksten Schlagzeilen einbringen. Unter dem Pseudonym „Frankfurt Ripper“ bloggt er auf frankfurtripper.wordpress.com im Internet über seine Taten und gewinnt viele Anhänger. Bald zieht sich sein blutiger Pfad durch Facebook und Youtube – und es scheint, als mache er vor nichts halt.

Persönliche Erfahrungen verarbeitet

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Autor Martin Olden heißt mit bürgerlichem Namen Marc Rybicki und hat in seinem Buch eine ganze Menge persönlicher Erfahrungen verarbeitet. „Außer den Morden natürlich“, sagt er schmunzelnd. „Ich will mit meinem Buch nur zeigen, dass man in unserer Gesellschaft mittlerweile schon zu ganz drastischen Mitteln greifen muss, um bekannt zu werden“, sagt Olden. „Und selbst als Serienkiller gilt: Ein Messer als Tatwaffe reicht nicht mehr aus. Es muss schon ein Hammer sein.“

Wer Oldens Buch liest, ist erstmal geschockt von der emotionslosen Sachlichkeit mit der die Hauptfigur Klaus Scholz sich von Sindlingen aus durch Frankfurt mordet, immer burtaler, immer erbarmungsloser. Doch schnell ist klar. Es geht hier gar nicht um einen möglichst realistischen Thriller. „Mein Buch ist eigentlich eine Satire auf die rumsüchtige Gesellschaft“, erklärt Olden seine Idee. „Und es zeigt, dass im Netz jeder tun und lassen kann, was er will.“ Das ist die Erkenntnis von Olden, der den Blog des Frankfurt Rippers tatsächlich über Monate hinweg im Internet geführt und aktualisiert hat. „Ich habe da so geschrieben, als wenn ich ein echter Serienkiller wäre“, sagt er. „Und außer ein paar dummen Kommentaren, hat das niemanden gekümmert, obwohl es zahlreiche Klicks auf der Seite gab.“

Das Buch erscheint am 5. November im Buchhandel.

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