Auf der IAA vorgestellt

Autokauf 2.0: Virtuell einsteigen und aussuchen

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Mit der Datenbrille schon mal im Wunschauto virtuell Platz nehmen – so könnte die Zukunft des Autokaufs bald aussehen.

Region Rhein-Main – Immer mehr Menschen kaufen ihre Autos im Internet. Schon bald könnte es so weit sein, dass man seinen vorher ausgesuchten Wagen schon einmal probesitzen kann – von zu Hause aus. Von Dirk Beutel

Aussuchen, anklicken, einsteigen: Wer sein Traumauto im Internet sucht, kann wahrscheinlich bald mehr, als online nur in der riesigen Produktauswahl der zahlreichen Händler stöbern. Neben den Daten und Fakten kann man bald schon ein Gefühl für seinen Wagen bekommen. Und zwar bevor man ihn überhaupt tatsächlich gesehen hat. Probesitzen von zu Hause aus. Das Wunsch-Auto wird visualisiert und kann mit Hilfe einer Datenbrille virtuell betrachtet werden. „Autokäufer werden ihren Traumwagen so lebendig wie noch nie und auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten erleben. Dafür brauchen sie lediglich ein Smartphone oder ein Tablet. Sie können ihr Traumauto virtuell konfigurieren und Modelle, Ausstattung und Interieur dabei in Echtzeit ändern und zum Beispiel ihren bevorzugten Hintergrund wählen“, sagt Kubilay Topal, Geschäftsführer von Rocket Data Intelligence, die mit diesem Angebot den Online-Autokauf revolutionieren wollen und ihre Idee erstmals auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt vorgestellt haben.

Vom Stoff bis zu den Sitzen

Mit anderen Worten: Wer sich für einen Neuwagen interessiert, kann sich nicht nur wie gewohnt, die Farbe seines Autos aussuchen, sondern kann genau bestimmen, welches Material im Interieur verarbeitet sein soll, ob die Sitze aus Stoff oder Leder sein sollen und welches Technik-Paket es denn sein soll. Hat der Kunde seine individuellen Wünsche auf der Internetseite eines Händlers angegeben, kann er in seinem neuen Auto Platz nehmen. Nicht nur das: Die Datenbrille ermöglicht einen 360-Grad-Rundumblick, man kann sogar die Ansicht vom Fahrer- auf den Beifahrersitz oder auf die Rückbank wechseln.

Ab 2016 soll es kommen

Alles nur Zukunftsmusik? Piero Scazzi, Teamleiter Fahrzeugtechnik beim ADAC Hessen-Thüringen: „Das große Thema der vergangenen IAA war autonomes Fahren, das konnte sich vor zehn Jahren auch niemand vorstellen. Nun ist es möglich, weil die Technik dafür ausgereift ist.“ Und das ist sie jetzt für den virtuellen Blick vom Sofa aus. Sie kann auch für Gebrauchtwagen angewendet werden. Topal: „Das Auto fotografiert und alle vorhandenen Mängel, die auch in der Anzeige nachzulesen sind, werden hinzugefügt. Sei es die Delle im Kotflügel oder der Riss auf dem Beifahrersitz.“ Die Anwendung soll laut Topal ab 2016 für den Neu- und Gebrauchtwagen-Handel zur Verfügung stehen.

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