Autobahn-Ausbau im Frankfurter Osten Er fordert: Deckel drauf!

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Friedhelm Ardelt-Theek vom „Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn“ kämpft für die Rechte der Anwohner an der A661 und A 66.

Frankfurt – Das „Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn“ befürchtet durch den Ausbau der Autobahnen A 661 und A 66 eine massive Mehrbelastung durch Lärm und Schadstoffe für den Frankfurter Osten. Von Norman Körtge

Friedhelm Ardelt-Theek kennt die Landschaft zwischen Seckbach und Bornheim im Frankfurter Osten noch als Naherholungsgebiet. „Das war unsere Frischluftschneise“, erinnert er sich. Doch seit 1995 endet die A661 aus Richtung Offenbach kommend nicht mehr am Ratswegkreisel, sondern führt vierspurig zwischen den beiden Stadtteilen hindurch. Eine markante Trennlinie.

Bürger wollen vor Lärm geschützt werden

Der achtspurige Ausbau der A 661 nimmt Formen an.

Damit hat sich Ardelt-Theek abgefunden. Im Prinzip auch damit, dass derzeit die A661 in diesem Bereich auf insgesamt acht Spuren ausgebaut wird, um die Grundlage für ein großes Verkehrskreuz zu schaffen. Denn hier soll der Lückenschluss der A66, die derzeit an der Borsigallee im Osten und an der Miquelallee im Westen Frankfurts endet, vollendet werden. „Wenn schon hier zwischen Wohngebieten das Autobahnkreuz-Ost entstehen muss, dann müssen aber auch die Bürger bestmöglich vor Lärm und Schadstoffen geschützt werden“, sagt Ardelt-Theek. Deshalb gibt es für ihn als Sprecher des „Aktionsbündnisses unmenschliche Autobahn“ (AUA) nur eine Lösung: „Da muss ein Deckel drauf!“

Nur Protest oder Klage helfen

Gemeint ist damit eine Einhausung, wie es sie an der A661 zwischen Seckbach und Bornheim bereits gibt. Genau das fordert das AUA für den gesamten Bereich. Denn die Stadt trete für die Rechte der Bürger in diesem Fall nicht ein, meint Ardelt-Theek. „Andere Kommunen kämpfen für ihre Bürger“, berichtet er und beklagt die rücksichtslose und schlechte Planung. Am schlimmsten sei dabei, dass „die Bürger nie den Schutz bekommen, der ihnen zusteht. Es sei denn, sie protestieren massiv oder klagen“, berichtet er.

Aktionsbündnis braucht Unterstützung

Das AUA ist daher bemüht, die Planungen öffentlich und verständlich zu machen sowie Zusammenhänge herzustellen. So werde das ganze Ausmaß des Verkehrsknotenpunkts erst deutlich, wenn die geplanten Baumaßnahmen Riederwaldtunnel, Autobahndreieck Erlenbruch, Autobahndreieck Seckbach und die Autobahnspange in der Nähe des Bornheimer Günthersburgparks zum Alleentunnel als Einheit gesehen werden. Da der öffentliche Druck alleine anscheinend nicht ausreicht, klagt das AUA zusammen mit Anwohnern vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel für einen besseren Schutz. Doch das kostet Geld. Etwa 35.000 Euro. Deshalb ist die Klagegemeinschaft für Spenden aller Bewohner dankbar. Denn von einem Erfolg der Klage profitieren alle, so Ardelt-Theek. Infos: www.molochautobahn.de.

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