Ihm bleiben nur die eigenen vier Wände und sein Hund

Auto kaputt: Rollstuhlfahrer aus Dreieich steckt fest

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Claudius Kirschner mit seinem Hund Lucky.

Dreieich - Es war dunkel. Und nichts los. Plötzlich ein heftiger Knall. Dieser verändert das Leben von Claudius Kirschner  komplett. Seitdem kämpft er um Normalität. Und jetzt auch für ein neues Auto. Von Silke Gottaut

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„Nichts ist wie früher“, sagt Claudius Kirschner. „Mit dem Unfall war meine Jugend zu Ende. Und mein Leben ist nicht mehr das, was es einmal war.“ Vor 20 Jahren war Kirschner mit seinen Freunden abends auf dem Weg zum Feiern. Endlich Wochenende dachte sich der damals 16-jährige Dreieicher. Doch dann fuhr den drei Freunden ein Auto mit voller Wucht in die Seite. Kirschner saß hinten im Auto. „Genau da war der Aufprall am stärksten“. Er kam mit einem Schädelhirntrauma  in ein Offenbacher Krankenhaus. Seitdem ist er linksseitig gelähmt.
Ein Monat lang lag er im Koma. Seinen beiden Freunden passierte zum Glück nichts schlimmes und sein Fahrer war unschuldig. Doch das macht ihn auch nicht glücklich. „Ich war so fit und unternehmungslustig. Das war mit einem Schlag vorbei“, berichtet der heute 36-Jährige. Seit dem Unfall sitzt er im Rollstuhl. Seine angefangene Lehre als Automechaniker  hatte sich erledigt. Kirschner lag ein halbes Jahr im Krankenhaus, danach war er zwei Jahre in einer Spezial-Klinik. Jetzt wohnt er zusammen mit seiner Frau im Haus seiner Eltern. „Ich würde gerne arbeiten gehen, aber ich finde nichts“, erzählt der Rollstuhlfahrer traurig.

Sport ist sein einziges Hobby

Er lebt von einer bescheidenen Rente und Pflegegeld. Dazu möchte er sich gerne ein paar Euro verdienen, um sich mehr leisten zu können. Zudem ist er sehr gerne unter Leuten. Ehrenamtlich arbeitet er beim Verband deutscher Körperbehinderter  und geht in seiner Büroarbeit auf. Um nicht so alleine zu Hause zu sein, spielt er zweimal die Woche Tischtennis beim Rollstuhlclub Frankfurt. „Sport ist mein einziges Hobby.“ Wenn er alleine daheim ist, dann liest er viel, hört Musik oder beschäftigt sich viel und gerne mit seinem Labrador  Lucky.

Aufgeben kam für ihn noch nie in Frage. Auch wenn man ihm sagte, dass er nie mehr laufen kann. Er machte mit 24 seinen Führerschein und kann dank seinem Neu-Isenburger Hausarzt seit fünf Jahren wieder mit einem Vierpunktstock wenige Schritte langsam laufen. Doch eine Sache beschäftigt ihn trotz allem sehr: „Mein Auto  ist mittlerweile zwölf Jahre alt und kommt nun nicht mehr über den TÜV. Ohne das Auto sitze ich jedoch nur noch zu Hause.“ Dieser Gedanke macht ihn fertig.

Ohne Auto fällt Job und Ehrenamt flach

Er spart wo es nur geht schon seit längerem für ein neues Auto. Doch die Kosten für das neue Auto und den zusätzlichem Umbau für seine Behinderung, übersteigen bei weitem seine finanziellen Möglichkeiten. „Ich würde gerne weiter mobil sein, um als Ehrenamtlicher weiter arbeiten zu können und mein Hobby fortzuführen.“ Ohne das Auto wird er beides aufgeben müssen. Kirschner, der gerade auch noch an seiner Biografie schreibt, um das Geschehene weiter zu verarbeiten, bittet um Spenden. „Vom Verein ,Mobil mit Behinderung’ wurde für mich ein Spendenkonto eingerichtet. Ich würde mich sehr freuen, wenn Spendengelder für mich eingehen.“

Spendenkonto  von „Mobil mit Behinderung“ Mobil mit Behinderung e.V. – Bank für Sozialwirtschaft Kontonummer: 8711300 Blz: 66020500 Kennwort „Kirschner“

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