Auswandern: So toll ist es nicht – Deutschland bietet mehr

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Juliane bei der Abitur-Übergabe in Spanien.

Offenbach – Ob „Mein Neues Leben“ (Kabel 1), „Umzug in ein neues Leben“ (RTL) oder „Goodbye Deutschland“ (VOX), viele Deutsche träumen vom Auswandern und schauen den Mutigen dabei auch gerne zu. Doch selten wird von den Rückkehrern berichtet. Von Juliane Schmidt

Ich bin eine dieser Rückkehrer. In Marbella (Spanien) habe ich knapp vier Jahre gelebt und dort vor einem Jahr auf einer Deutschen Auslandsschule mein Abitur geschrieben. In dieser Zeit habe ich Land und Leute lieben gelernt. Trotzdem bin ich vor zwei Monaten in meine Heimatstadt Offenbach zurückgekehrt.

Viele kehren zurück

Aber nicht nur mir geht es so: Die meisten meiner deutschen Klassenkameraden sind nach dem Abitur zurück nach Deutschland gezogen. Die Gründe sind verschieden. Für die meisten Schulabgänger ist der Hauptgrund die weiterführende Ausbildung.

In Spanien kann keine betriebliche Ausbildung absolviert werden, wie wir sie in Deutschland kennen. So erlernt man dort viele Ausbildungsberufe auf Akademien, die nur teils staatliche Zertifikate ausstellen und viel Geld verlangen: Ein Friseursemester kostet etwa 3000 Euro.

Mehr Lebensqualität in dere Heimat

Juliane Schmidt lebte vier Jahre in Marbella, kehrte aber nach dem Abitur zurück, weil hier die Zukunftsaussichten besser sind.

Spanische Universitäten haben ähnliche Standards wie die Deutschen Unis, dennoch ist das Aufnahmeverfahren für Abiturienten einer deutschen Auslandsschule kompliziert. Angehende Studenten benötigen viele Papiere, die an verschiedenen Stellen beantragt werden müssen. Außerdem wird von den Abiturienten der Auslandsschulen ein Sprachtest verlangt, obwohl sie durch das Abitur eine Sprachurkunde erhalten, dass so genannte Cervantes Zertifikat. Zu guter Letzt ist noch ein Vorstellungsgespräch bei Professoren nötig.

In Deutschland ist vieles besser

Es ist extrem schwer auf den guten und angesehenen Universitäten angenommen zu werden. Durchschnittliche Unis sind da eher ein hingenommenes Übel.

Das waren auch meine Beweggründe, mich für ein Studium in Deutschland zu entscheiden. Schließlich geht es um meine berufliche Zukunft. Da will und sollte ich keine Abstriche machen. Zumal deutsche Studienabschlüsse weltweit hoch anerkannt sind.

Sicherlich, das Wetter ist in Spanien wesentlich besser als in Deutschland, aber vom Wetter sollte man nicht seine Zukunft bestimmen lassen. Außerdem ist in Spanien und vor allem in Marbella die Infrastruktur verbesserungswürdig. Das betrifft vor allem die Busverbindungen und das Freizeitangebot. Fazit: Für Studenten in Deutschland wird generell mehr Lebensqualität geboten.

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