Auge in Auge mit Tresorknackern

Taunus – Es kann so einfach sein, Verbrecher dingfest zu machen. Beobachten, zum Telefon greifen und die Polizei informieren. Genau das haben die vier Bürger aus dem Main-Taunus-Kreis getan, die für ihr Handeln am Montag von Landrat Michael Cyriax und Polizeidirektor Jürgen Moog geehrt worden sind

Markus Loose

Der kranke Held auf der Luftmatratze: Alleine der Grund, warum Markus Loose in jener Februar-Nacht auf einer Luftmatratze in seinem Büro im Hofheim-Wallauer-Gewerbegebiet übernachtete, ist aller Ehren wert. Er war krank und wollte seine Freundin zu Hause nicht anstecken. Was für seine Freundin gut war, bekam den beiden Gaunern schlecht, die von einem benachbarten Firmengelände Gasflaschen klauten. Über einen Zaun hoben die 17 und 28 Jahre alten Täter die Flaschen, um sie mit einem Auto wegzufahren. „Ich bin durch ein Scheppern wach geworden“, erinnert sich Loose. Dann habe er den Rollladen ein Stück hochgezogen, die beiden Männer beobachtet und die Polizei gerufen.

Jürgen Kath

Aufmerksame Nachbarin wird zur Wiederholungstäterin: Schon Tage zuvor hatte Monika Graner aus Eschborn junge Männer beobachtet, wie sie durch das Wohngebiet schlichen. Als sie hautnah mitbekam, wie die beiden versuchten ein Fenster am Nachbarhaus aufzuhebeln, rief sie sofort die Polizei, die die beiden Einbrecher dingfest machen konnte. Bereits vor ein paar Jahren hatte Graners Aufmerksamkeit dazu geführt, dass gleich sechs Einbrecher überführt wurden.

Manuela Vogt

Auge in Auge mit Tresorknackern: Mehr Mut als die Polizei rät, bewies der Eppsteiner Jürgen Kath als er mitten in der Nacht im Wald drei Männer zur Rede stellte, was sie denn da für Lärm veranstalten. „Ich habe den Wilden gemacht“, erzählt Kath. Damit verschaffte er sich Respekt und bewies auch noch Spürsinn. Denn er notierte sich nicht nur das Kennzeichen, sondern nahm auch noch als Beweis ein Stück des Tresors mit, den das Trio versuchte zu knacken. Den hatten die Räuber aus einer Königsteiner Bäckerei geklaut. Die Polizei ermittelte später den Halter das Autos.

Serientäter den Weg versperrt: Viel Mut bewies auch Manuela Vogt in Kelkheim. Von außen beobachtete sie durch die Schaufensterscheibe, wie sich in einer Drogerie ein Mann zahlreiche Kosmetikartikel unter die Daunenjacke steckte. Sie informierte daraufhin nicht nur die einzig anwesende Verkäuferin, sondern versperrte dem Täter den Weg, damit dieser nicht abhauen konnte, bis die Polizei da war. Die Polizei stellte bei ihm nicht nur Waren im Wert von 329 Euro sicher, sondern konnte dem Frankfurter im Laufe der Ermittlungen auch noch weitere 161 Fälle nachweisen. nkö

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