Im Auftrag der Wissenschaft: Wo findet man Sex in Frankfurt?

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Der Frankfurter findet seine Sexpartner auf Privatpartys oder in der Disco. Das Internet spielt bislang keine große Rolle.

Region Rhein-Main - Auf der Suche nach einem Sexpartner geht jeder andere Wege. Wo und wie kommt man am ehesten zum Erfolg? Und wenn es zum Sex kommt, was wird eigentlich daraus? Diese und andere Fragen haben zwei Studenten aus Darmstadt für Frankfurt gestellt. Von Dirk Beutel

Matthias Schulz und Tobias Gross gehen dem Sexleben der Frankfurter auf den Grund.

Was kommt nach dem Sex? Entwickelt sich daraus eine Partnerschaft, war es nur ein One-Night-Stand oder bleibt man „Friends with benefits“ (Anm. d. Red.: Freunde mit gewissen Vorzügen)? Wo hat man sich getroffen und wie ist man überhaupt zusammen gekommen? Seit Ende Juli sind die beiden Studenten der Technischen Universität Darmstadt, Matthias Schulz (29) und Tobias Gross (31), den Antworten auf diese Fragen in einer Online-Befragung auf der Spur.Für ihre Diplomarbeit „Sex in der Stadt – zur Anbahnung von Intimität“ haben die Soziologen vor allem Frankfurt als Ort des Geschehens im Blick. Aber: „Das Thema interessiert natürlich jeden. Jeder hat zwar so eine Ahnung, wo man jemanden für Sex treffen kann, aber der wissenschaftliche Nachweis fehlt“, erklärt Tobias Gross. Ausgenommen natürlich einschlägige Etablissements. Wobei diese Orte auch ihren Platz in der Untersuchung finden: „Sex mit Prostituierten ist auch bei uns ein Thema“, sagt Gross. Allerdings gaben nur etwa 60 Teilnehmer an, in letzter Zeit bei einer Prostituierten gewesen zu sein. Bei rund 1600 Befragten ein relativ geringer Wert. Ebenfalls dabei: „Frankfurter, die ihren ersten Sex für die Hochzeitsnacht aufgespart haben.“

Privatparty, Arbeitsplatz, Diskothek, Krankenhaus

Wo finden die Frankfurter nun aber ihre Sexpartner? Die Studie ist zwar noch nicht abgeschlossen, dennoch können die Studenten zumindest einen Trend erkennen: „Offenbar steht die Privatparty an erster Stelle“, verrät Gross. Gleich dahinter rangieren der Arbeitsplatz und Diskotheken. Interessant: Einige Teilnehmer gaben als Begegnungsort das Krankenhaus an.

Ein weiterer Trend, den Gross und Schulz erkennen können: Es gibt immer mehr Partner mit gleichem Bildungsstand und entsprechend ähnlichen Interessen und Ansprüchen. „Nicht jeder kann sich etwa einen Abend im Living leisten“, erwähnt Gross am Beispiel eines Clubs. „Dass ein Chef und seine Sekretärin zusammenfinden, war in den sechziger Jahren nicht unbedingt unüblich. Doch diese Art der gesellschaftlichen Vermischung wird immer seltener“, sagt Gross.

Doch was machen die beiden Studenten am Ende mit den Ergebnissen? Gross: „Wir planen ein Nachfolgeprojekt, in dem wir mit unseren Teilnehmern von Angesicht zu Angesicht ins Gespräch kommen wollen und mehr Details über die Treffen mit ihren Sexpartnern erfahren möchten.“

Kleiner Nebeneffekt: Die Untersuchung musste bereits im Freundeskreis der Darmstädter für einige Witze herhalten: „Es wird gerne behauptet, dass wir das alles nur aus eigenem Interesse herausfinden wollen“, sagt Tobias Gross. Eher unwahrscheinlich, denn beide leben jeweils in einer glücklichen Beziehung.

Wer an der Online-Befragung teilnehmen möchte, kann das noch bis Ende April unter: www.sexinderstadt.de.

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