Aufrüsten für den Studenten-Ansturm

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Um eine günstige Wohnung oder ein Zimmer zu finden, müssen sich Studenten einiges einfallen lassen. Nur der Blick aufs schwarze Brett genügt selten.

Region Rhein-Main – Günstiger Wohnraum für Studenten ist knapp – vor allem in Frankfurt. Wegen der günstigen Mieten ziehen immer mehr Studenten nach Offenbach. Auch alternative Wohnformen stehen hoch im Kurs. Von Dirk Beutel

Der Wegfall der Wehrpflicht und dazu die doppelten Abijahrgänge machen es möglich: Immer mehr Studenten steuern eine Hochschule an. Vergangenes Jahr warenes mehr als 40.000 Studenten. Nch nie waren es in Hessen so viele. Zwar ist der Andrang im Sommersemester traditionell geringer, wie Corina Goretzky vom Studentenwerk erklärt, ein günstiges Zimmer oder gar eine Wohnung ist in Frankfurt aber immer noch Glückssache. Die 1850 Plätze, die das Studentenwerk, das auch die Hochschule für Gestaltung in Offenbach betreut, in seinen 17 Wohnheimen vermittelt sind längst vergeben. Aktuell warten etwa 700 Studenten auf einen freien Platz. Im Wintersemester sind es erfahrungsgemäß sogar doppelt so viele. Deshalb empfiehlt das Studentenwerk immer öfter auch Wohnungen in Offenbach in Betracht zu ziehen. Nicht zuletzt wegen der günstigeren Mieten und der guten Verkehrsanbindung. „In Offenbach betreiben wir derzeit kein Wohnheim. Eventuell könnte es uns gelingen, dort zeitnah ein Angebot von zumindest 30 Plätzen zu eröffnen“, sagt Eric Erdmann, Leiter der Abteilung Wohnen im Studentenwerk. Ziemlich sicher ist hingegen das neue Wohnheim in der Frankfurter Hansaallee. Dort sollen bis 2014 etwa 400 neue Plätze entstehen. „Der Bauantrag ist eingereicht. Wir hoffen auf Baubeginn im Spätsommer“, sagt Erdmann. Trotzdem: Die Wohnraumsituation in Frankfurt bleibt angespannt: „Diese abstrakte Zahl von zwei Millionen Quadratmeter leerstehender Büroflächen schwebt nach wie vor über der Stadt“, sagt Birgit Kasper, Leiterin Koordinationsstelle im Netzwerk für gemeinschaftliches Wohnen. Und das obwohl immer mehr Bürohäuser in Wohnheime umgewandelt werden, wie etwa in der Frankfurter Adickesallee. Dort sollen ebenfalls 168 Appartements entstehen. Allerdings vermutlich zu nicht ganz so günstigen Mietpreisen. Alternative Wohnformen seien daher von Studenten gefragter denn je, wie etwa Wohnpartnerschaften mit Senioren, die das Frankfurter Bürgerinstituit mit seinem Projekt „Wohnen für Hilfe“ anbietet. Dort wurden bisher alle Senioren vermittelt: „Die Anfragen von Studenten liegen weit höher als unsere Möglichkeiten. Vergangenes Jahr gab es 260 Anfragen. Weil aber viel weniger Senioren ihre Wohnung mit einem jungen Menschen teilen wollten, kam es nur zu 14 Wohnpartnerschaften. Dieses Jahr wurden bereits fünf neue vermittelt“, sagt Martin Berner, Geschäftsführer des Bürgerinstituts. Auch der Frankfurter Asta sieht keine echte Entspannung der Wohnsituation. Laut Sozialreferent Daniel Katzenmaier sind bereits diverse Maßnahmen in der Planung, wie etwa eine Wohnungsbörse, um vor allem Erstsemestern bei der Suche zu unterstützen.

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