„Einmal Mondstaub fühlen“

Astronomie-Schulleiter Oliver Debus lebt für den Weltraum

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Oliver Debus steht vor seinem Teleskop und dem kleinen privaten Planetariums-Projektor.

Bad Homburg – Schelmisch könnte man ihn den netten Nerd von Nebenan nennen. Oliver Debus leitet die Astronomie-Schule in Bad Homburg. Der Physiker lebt seit 40 Jahren für und mit der Faszination Weltraum. Von Oliver Haas.

Ob es ein Schicksal des Universums war, dass Oliver Debus ausgerechnet im Jahr der Mondlandung 1969 geboren wurde? „Bereits als Sechsjähriger habe ich mich für die Raumfahrt interessiert und mit meinem Vater und einem kleinen Teleskop die Sterne beobachtet“, so der heute 46-jährige Oliver Debus. Mittlerweile ist das Teleskop größer geworden. Der Physiker will mit seiner privaten Astronomie-Schule in Bad Homburg die Faszination der unendlichen Weiten des Alls auch anderen Erdenbewohner näher bringen. Fast schon folgerichtig interessiert er sich in seiner Freizeit schon immer für Science-Fiction-Serien, wie Star Trek oder sammelt Bücher zum Thema. Seit 1988 gibt er in der Vhs Bad Homburg Sternführungen und ist seitdem hauptberuflich in der Volksbildung tätig. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, so Debus.

Alles begann mit Lego

Das Dachgeschoss in seinem Haus gleicht einem Museum für Weltraumbegeisterte. Hier das Spaceshuttle dort Satelliten, zahlreiche Raketenmodelle, die ISS-Raumstation und vieles mehr ist im Kleinformat zu sehen. „Ich weiß gar nicht genau, wie viele Modelle ich habe – schätzungsweise 70“. Zu verdanken hat er sein Faible wohl auch den Raumschiffen von Lego, die etwa 1979 auf den Markt kamen und seine Sammelleidenschaft entfachte. Unterm Dach hat er damit seitdem mit viel Fantasie eine kleine Mondlandschaft aufgebaut oder vielmehr, wie sie in seiner Vorstellung vom Menschen besiedelt sein könnte.

Der besondere Clou seiner kleinen Lehranstalt befindet sich einen Raum weiter. Dort hat kann er ein Planetarium erzeugen, damit die Besucher auf der Decke den kompletten Sternenhimmel sehen können. Und sie erfahren von Debus dann viel Wissenswertes über die Faszination der Sterne. Teil zwei der einstündigen Führung ist dann immer unten im Wohnzimmer. Dort steigt er mittels Beamer noch tiefer ins Universum ein, erklärt Planetenstellungen oder auch das Prinzip von Schwarzen Löchern sehr anschaulich.

„Außerirdische waren noch nicht auf der Erde“

„Mich fasziniert an der Astronomie, dass man mit bloßen Augen Welten sehen kann, die unfassbar weit entfernt sind.“ Dabei beschäftigt ihn natürlich die Frage, die ihm immer wieder von seinen „Astronomie-Schülern“ gestellt wird: Gibt es Leben im All? Debus ist überzeugt davon, dass die Antwort darauf „ja“ lautet. „Überall dort, wo die Bedingungen günstig sind, kann ich mir das vorstellen. Und ich denke, dass es intelligente Lebewesen gibt, die sich womöglich jetzt die gleichen Fragen stellen und auf uns blicken.“ Allerdings glaubt er keineswegs daran, dass bereits Außerirdische die Erde besucht haben. Verschmitzt lächelnd fügt er hinzu: „Ich denke nicht, dass die uns irgendwelche Bauten hingestellt haben oder mit uns verstecken spielen.“

Ein wenig Wehmut klingt in seiner Stimme, wenn er darüber spricht, ob er selbst auch gerne ins All fliegen würde. „Das wäre ein absoluter Traum von mir.“ Für 200.000 Dollar kann man in den USA den Privattrip ins All buchen. Aber so ein kleiner Hopser in der Schwerelosigkeit wäre ihm zu wenig. „Ich würde schon gerne direkt zur Internationalen Raumstation, um von dort aus die Erde zu betrachten oder einmal Mondstaub in den Händen fühlen.“

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