Comic-Akademie: Mit Asterix und Superman in der Schule

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Kritisch Analyse: Trainer Jens Rotzsche und Student Christian Rathmann (sitzend) diskutieren über die Werke in der Mappe.

Frankfurt – Jeder kennt sie, viele lesen sie aber nur wenige zeichnen sie professionell: Comics zählen zu den beliebtesten Rubriken in Zeitungen und Magazinen. In Frankreich gehören die Mini-Kunstwerke mit Sprüchen sogar zum Kulturgut. Diesen Stellenwert will die Comicademy auch in Deutschland erreichen. Ein Otzberger hat daran seinen Anteil. Von Andreas Einbock

Still ist es an diesem Samstagmorgen im Schulungsraum. Eine Mischung aus Anspannung und freudiger Erwartung ist den sieben Studenten anzumerken, die sich auf den vier Tischreihen verteilt haben. Auf der anderen Seite des Mittelganges haben drei Trainer Platz genommen. Alle werden von Dennis Formann begrüßt: „Willkommen in der Comicademy“, sagt der Geschäftsführer der gleichnamigen und deutschlandweit einmaligen Institution für professionelle Comiczeichner und eröffnet den insgesamt elften Standort.

Beim Start in der Rödelheimer Akademie für Marketing-Kommunikation mit dabei ist Jens Rotzsche. Der Illustrator aus Otzberg ist einer von vier Trainern. „Ich bin über das breite Spektrum und das erstaunliche Niveau der Teilnehmer überrascht“ sagt der 44-Jährige nach seiner ersten Theorieeinheit, in der sich die Studenten gegenseitig porträtieren sollten. „Das Wichtigste ist natürlich Zeichnen, Zeichen, Zeichnen. Dazu gehört gutes Beobachten, was wir in Museen und im Zoo üben werden“, verrät der Lehrer etwas vom Lehrplan, der samstags alle zwei Wochen bis zum Jahresende andauern wird und die Idee von Dennis Formann ist.

Comics zeichnen ist nicht leicht

„Mich hat gestört, dass es so eine Ausbildung noch nicht gab und viele ein Ausweichstudium aufnehmen mussten“, erklärt der 32-jährige Ostwestfale seine Motivation, die Comicademy vor fünf Jahren zu gründen. „Gute Comiczeichner sind besonders in der Werbung aber auch Animations- und Computerspielebereich gefragt“, begründet der Hobby-Comiczeichner und gelernte Personalberater die Notwendigkeit der Akademie und fügt hinzu: „Viele unterschätzen die Anforderungen eines gutes Comics. Da gehören eine gute Story, perfekte Zeichnungen, ausgereifte Charaktere der Personen und die richtige Dramaturgie dazu. Erst wenn das zusammenpasst, hat man einen guten Comic.“

Das sieht auch Trainer Jens Rotzsche so. „Aus diesem Grund, wird es auch Hausaufgaben geben“, sagt er zum pädagogischen Konzept des Comicademy Training Programms, das die Teilnehmer insgesamt 1980 Euro kostet. Bis auf Petra Hennebach. Die 37-jährige Frankfurterin ist Siegerin des Comicpreises vom Comicforum und Comicademy und gewann ihre Teilnahme am Kurs. Gebannt blättert sie durch „Little Nemo im Schlummerland“, eines der vielen Comicbücher, die Trainer Rotzsche durch die Reihe geben lässt und die Anfängen der über 100-jährigen Geschichte des Genres dokumentiert. „Ich will mich technisch und künsterlisch weiterentwickeln, aber auch wissen, wie ich mich auf dem Markt besser positioniere“, begründet Hennebach, die gern auch mit Acryl und Tusche arbeitet, ihre Ambitionen.

Neben der Präsenzschulung gibt es auch interaktive Live-Videoseminare, Workshops, Einzelunterricht und Schnuppertage. Weitere Informationen unter

Comicademy.com

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