Arschgeweihe sterben aus, Sternchen werden geboren

"Arschgeweihe sind out" â?? das steht für Inri fest. Der Tätowierer aus Hanau muss es wissen. In seinem Hanauer Studio in der Corniceliusstraße hat er zu Hochzeiten drei der Steiß-Tribals pro Tag gestochen.

"Jetzt ist es vielleicht eins im Monat", erzählt er.Häufiger kommt es nun vor, dass Inri Arschgeweihe entfremden muss. Also beispielsweise in die Länge ziehen, um die Hüfte rum und damit die Symmetrie rausnehmen. Das Arschgeweih soll nicht mehr als solches erkannt wird.br /Ähnliches beobachtet Roland Erbe, der in Heusenstamm "Farbfieber Tattoo" betreibt. "Irgendwann waren es zu viele. Da ging die Individualität verloren", sagt er. Auch bei Erbe gehen regelmäßig Anfragen ein, wie man das Arschgeweih künstlerisch verändern kann. Der Name Arschgeweih sei vor dem Boom nur in der Tattoo-Szene ein Begriff gewesen, berichtet Erbe. Erst durch eine Kampagne in einer Boulevard-Zeitung ist das Wort in die breite Öffentlichkeit gelangt.br /"Da muss sich irgendso eine Promi-Nudel mal so ein Ding verpasst haben lassen und hat sich dann damit überall präsentiert", schildert Ronny Salzer die Anfänge des Modetrends. In seinem Seligenstädter "Tattoo Piercing Place No.1" sind die Arschgeweihe jedenfalls schon lange nicht mehr gefragt.Und was ist stattdessen in der Mode? "Sternchen" ertönt es aus den Mündern der Tätowierer. In verschieden Größen und Farben werden sie immer häufiger an die unterschiedlichsten Körperstellen gestochen. "Wir sind jetzt wieder bei den traditionellen Motiven angekommen", sagt Inri und zählt die Trends der vergangenen Jahre auf: Erst die Delfine, dann die Arschgeweihe, danach die chinesischen Schriftzeichen und jetzt halt die Sternchen.br /Während viele nicht von der Tattoo-Kunst an ihrem Körper lassen wollen, wählen andere wie Sängerin Ina Müller die radikale Lösung: "Bye bye Arschgeweih, ich gebâ?? dich zum Lasern frei...". Etwa im Laser-Zentrum Dieburg. "Es kommen immer mehr, die ihre Tattoos weg haben wollen", berichtet Geschäftsführerin Ana Weber. Meist sind es Jugendsünden oder Schnellschüsse im Urlaub, die in ihrer Praxis per Laser entfernt werden. Auch der Einstieg ins Berufsleben spielt oft eine Rolle. Etwa 100 Euro kostet eine Sitzung, sagt Weber. Wie viele Sitzungen benötigt werden, sind abhängig von Größe, Farbe und Tiefe. Mit vier- bis fünf Sitzungen müsse man rechnen. Also mal locker 500 Euro. Aber das wusste auch schon Ina Müller: "Die Trennung wird bestimmt nicht billig, ich werdâ?? mein Konto überziehâ??n..."

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