Ordnungsamt

Oberurseler Knöllchen-Schreiber leben gefährlich 

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Unterwegs für die Sicherheit: Die Oberurseler Ordnungspolizisten Ibrahim Altingül und Tanja Sachs kontrollieren vermehrt Schwerpunkte von Ruhestörungen und Vandalismus.

Oberursel – „Na, wieviele Knöllchen hast du heute schon geschrieben?“ Den Spruch kennen Ordnungspolizisten zur Genüge. In Oberursel hat man den Mitarbeitern mehr Aufgaben zugewiesen. Dadurch habe sich der Respekt in der Bevölkerung und die Sicherheit verbessert. Von Dirk Beutel

Sie sind keine echten Polizisten und sind vor allem bei Parksündern alles andere als beliebt: Die Mitarbeiter der Ordnungspolizei. Weil es in Oberursel seit 2008 aber zu erheblich mehr Beschwerden und Problemen mit Ruhestörern und Vandalismus kam, hat die Stadt die Aufgabenpalette ihrer Ordnungshüter erweitert und verändert. Trauriger Höhepunkt der Randale: Eine Massenschlägerei unter Jugendlichen im Neubaugebiet Camp King vergangenes Jahr, bei der die Ordnungspolizei die Kollegen von der Landespolizei tatkräftig unterstützte.

Die Arbeit ist doppelt so gefährlich geworden

Vor allem die Gefahrenabwehr spielt nun für die Oberurseler Ordnungspolizei eine viel größere Rolle als früher. Deshalb wurde zuletzt bei bestimmten Spiel- und Bolzplätzen und anderen öffentliche Plätzen in Oberursel wie der Adenauerallee, im Holzweg und in der Stettiner Straße verstärkt Streife gefahren. Dazu kommen Alkoholkontrollen bei Jugendlichen.

Mit Erfolg: „Oberursel ist sicherer geworden“, sagt der Abteilungsleiter der Ordnungspolizei, Alexander Brandenberger. Dafür ist der Job mindestens doppelt so gefährlich geworden. „Auch wir merken, dass die Hemmschwelle gegenüber Uniformierten gesunken ist. Vor allem, wenn eben Alkohol im Spiel ist“, sagt Ordnungspolizist Ibrahim Altingül.

Ordnungspolizei wird ernst genommen

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Nach wie vor gehört die Überwachung des fließenden und ruhenden Verkehrs zu ihren wichtigsten Aufgaben. Allerdings hat die Überwachung von gesperrtenWegen und Feldgemarkungen zugenommen. Ebenso die Ermittlungsarbeit bei illegaler Müllentsorgung, Hundekot in den Feldgemarkungen und nicht gemeldeten Listenhunden. Außerdem nehmen die Ordnungspolizisten rauschgift- oder alkoholsüchtige sowie geisteskranke Personen in Gewahrsam. Auch die Zahl der Sondereinsätze bei Personenfahndungen oder zur Prävention von Wohnungseinbrüchen (Aktion dunkle Jahreszeit) haben zugenommen. Gerade im Hinblick auf Prävention und Deeskalation setzt die Behörde zusätzlich auf intensiveren Kontakt mit der Jugendhilfe.

Positiver Effekt: Die Ordnungspolizei wird ernst genommen und wird von der Bevölkerung respektiert. Neben den zusätzlichen Aufgaben haben dazu auch die Uniformen und Streifenwagen, die denen der Polizei-Kollegen sehr ähnlich sehen, beigetragen. „Der Respekt ist da. Die Leute gehen am ehesten bei Banalitäten in die Luft“, sagt Ordnungspolizistin Tanja Sachs. Vor allem bei einem Knöllchen.

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