Mit Praktikumsstelle für die Tochter und Eintrittskarten

Anklage: Haben sich Gefängniswächter von Häftlingen bestechen lassen?

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Frankfurt - Korruptionsaffäre im Frankfurter Offenen Strafvollzug: Laut Anklage sollen sich zwei Vollzugsbeamte mit regelmäßigen Geschenken von Häftlingen bestechen lassen haben.

Eine Korruptionsaffäre im Frankfurter Offenen Strafvollzug steht seit Mittwoch im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Landgericht Frankfurt. Angeklagt sind fünf zwischen 34 und 56 Jahre alte Männer - zwei Vollzugsbeamte, zwei frühere Häftlinge und deren Rechtsanwalt. Laut Anklage sollen sie zur Zeit ihrer Inhaftierung im Offenen Vollzug regelmäßig Geschenke an die beiden Beamten weitergegeben haben. Die Anklage nannte Eintrittskarten für Fußballspiele, Essenseinladungen, ein Fahrrad sowie einen Praktikumsplatz für die Tochter eines der Beamten.

Im Gegenzug kamen die Häftlinge offenbar in den Genuss einer bevorzugten Behandlung. Sie durften abends später als üblich in die Haftanstalt zurückkehren und ihre Arbeitsverhältnisse wurden lockerer überwacht. Vor Gericht schwiegen die beiden Beamten am ersten Verhandlungstag zu den Vorwürfen. Die ehemaligen Häftlinge und ihr Anwalt ließen sich dagegen auf einen "Deal" ein, der ihnen vom Gericht Geldstrafen beziehungsweise Bewährungsstrafen von bis zu 14 Monaten in Aussicht stellte. Voraussetzung für derart milde Strafen seien allerdings Geständnisse "aus eigenem Mund", sagte der Vorsitzende Richter.

Die Spezialkammer für Korruptionskriminalität steht trotzdem vor einer umfangreichen Beweisaufnahme mit sieben Verhandlungstagen.

dpa

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