Anja Rust und Slavisa Balta aus Rodgau

Flutopfer: Ein Kleinbus voll Spenden für Kindergärten gesammelt

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Spenden für überflutete Kitas: Anja Rust mit riesiger Plüschgiraffe und Slavisa Balta mit einem Spielteppich auf der Schulter.

Rodgau –  Anja Rust und Slavisa Balta vom Förderverein Regenbogen Kids haben ausnahmsweise ihre Zeit nicht den Kindern der Tagesstätte II in Rodgau gewidmet, sondern denen, die durch die Flut alles verloren haben. Von Angelika Pöppel

„Ich musste einfach etwas tun“, sagt Anja Rust, Vorsitzende des Fördervereins Regenbogen Kids in Rodgau. Die 30-Jährige stammt selbst aus Thüringen, einem der stark überfluteten Gebiete: „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit.“ Ihren Kollegen Slavisa Balta konnte sie schnell für die Idee begeistern. Und nicht nur ihn. „Wir hätten nicht gedacht, dass wir so viel Zuspruch und Unterstützung bekommen“, sagt Balta. Mittlerweile stapeln sich in mehreren Garagen und in der Kindertagesstätte II die Kartons und Tüten voll mit Spenden für zwei Kitas in Gera – das Spatzennest und die Märchenbuche.

Erst vor rund zehn Tagen Aktion gestartet

Erst vor rund zehn Tagen druckten sie die ersten Plakate, um auf ihre Aktion aufmerksam zu machen. Die Stadt Gera vermittelte der Mutter von zwei Kindern den Kontakt zu den hilfebedürftigen Tagesstätten. „Die Leiterin am Telefon hat fast geweint“, erzählt Rust. Auch sie selbst und ihren Mann, der als Bundeswehrsoldat vor Ort ist, haben die Schicksale sehr stark berührt. „Die Kinder haben nichts mehr“, sagt sie und fügt hinzu: „Das ist ein bundesweites Problem, das geht uns alle an.“

"Das geht uns alle an"

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Auch ihren Töchtern erklärte Rust, warum sie Spenden sammelt: „Da sagte meine Tochter plötzlich: ‘Mama, wir sortieren jetzt das Zimmer aus’“. Auch die Reaktionen der Eltern waren positiv. „Viele waren bereit zu spenden, es musste einfach nur mal jemand den Anfang machen“, erklärt Rust.

Die motivierten Ehrenamtlichen sind erst seit März im Amt, haben dafür aber schon einiges angepackt. So gibt es bereits eine Homepage und eine Facebook-Seite auf der sich die Eltern informieren können. „Wir wollen, dass sich die Eltern kennenlernen und austauschen“, erklärt die 30-Jährige. Auf www.facebook.de/regenbogen.kids.evkönnen sich Spender informieren. Sobald das Spielzeug angekommen ist, gibt es davon Fotos zu sehen. Und eines ist klar: „Ich und mein Mann fahren persönlich runter.“

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