Angst vor dem Einschlafen? Die Albtraum-Jäger helfen!

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Wer unter chronischen Albträumen leidet, ist tagsüber meist müde und kann sogar depressiv werden.

Region Rhein-Main – Tausende Frankfurter haben Angst vor dem Einschlafen. Denn dann kommen die Träume. Träume, die so brutal, so verstörend, so abartig sind, dass diese Menschen fast jede Nacht schweißgebadet aufwachen. Doch jetzt nimmt Uni-Psychologin Regina Steil mit einem Expertenteam den Kampf gegen die Albträume auf. Von Christian Reinartz

Mord, Entführung, Folter – Heidrun Meier hat in ihren Träumen jedes nur denkbare Horror-Szenario durchlebt. „Nur eine Vergewaltigung ist mir erspart geblieben“, sagt die 50-jährige Frankfurterin. Zehn Jahre lang war sie den Nachtmahren ausgeliefert. Die Folgen waren ständige Müdigkeit. Doch auch Depressionen sind nicht selten Folge chronischer Albträume.

Regina Steil

Immer wieder hat Heidrun Meier versucht, sie loszuwerden, ist lange aufgeblieben, hat Sport gemacht, hat Beruhigungstees getrunken. „Aber diese Hausmittelchen waren wirkungslos“, sagt sie: „Nichts konnte es aufhalten.“ Doch dann kam Albtraumjägerin Regina Steil und bändigte Meiers Schreckensvisionen.

Durch Zufall erfährt die Geplagte von Steils Forschungen an der Verhaltenstherapie-Ambulanz der Universität Frankfurt. Zwei Therapie-Sitzungen später sind die Albträume verschwunden. „Es ist wie ein Wunder“, sagt Meier glücklich: „Endlich ist mein Leben wieder normal.“

Steil und ihre Kolleginnen setzen auf Gedankenkraft

Regina Steil nennt dieses Wunder Albtraum-Therapie. „Wir haben einen neuen Ansatz gefunden“, erklärt die Wissenschaftlerin. Zwei ihrer Mitarbeiterinnen führen jetzt ein Studie durch, die beweisen soll, wie einfach und nachhaltig Albträume bekämpft werden können. „Viele Sitzungen sind nicht nötig“, erklärt Psychologin Tana Körner. Sie und ihre Kollegin Kathrin Hansen therapieren die Albtraumopfer.

Statt wie in der herkömmlichen Therapie, die Menschen mit den Albträumen zu konfrontieren, setzen die Wissenschaftlerinnen auf deren Gedankenkraft. „Wir versuchen, nur mit der Vorstellungskraft der Menschen die Albträume zu verändern“, verrät Hansen. Sie und Körner sind überzeugt, dass ihre Methode wirksamer ist als andere Therapien. „Aber das müssen wir erst beweisen“, sagt Körner.

Deshalb sind die Wissenschaftlerinnen nun auf der Suche nach Freiwilligen, die unter chronischen Albträumen leiden. „Wir therapieren völlig kostenlos“, versichert Regina Steil: „Und bisher haben wir jedem helfen können.“

Kontakt zu den Therapeuten:

Betroffene melden sich telefonisch unter  (069) 79825107 oder studie-alptraum@stud.uni-frankfurt.de.

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