Ostalgiezeichen in Babenhausen

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Die Ampelanlage an der Unterführung der Bundesstraße 26 zur Babenhäuser Innenstadt zeigt an den Fußgängerüberwegen das Ostampelmännchen in grün und rot.

Babenhausen – Nach der Wende schien das Schicksal des Ost-Ampelmanns besiegelt: Er sollte durch den West-Ampelmann ersetzt werden. Doch Protestaktionen verhinderten das. Jetzt leuchtet das ostalgische Männchen sogar an den neuen Babenhäuser Ampelanlagen. Von Mareike Palmy

Bereits vergangenen November hatte das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) Darmstadt mit der Erneuerung der Ampelanlagen an der B 26 in Babenhausen begonnen. Betroffen sind die Kreuzung an der Unterführung Richtung Innenstadt, die Kreuzung B 26/L 3116 (Richtung Schaafheim) und an der B 26/L 3065 (Richtung Langstadt), sowie Fußgängerampeln.

Die Signalanlagen waren technisch veraltet und störanfällig. Die neuen Anlagen wurden jetzt vom ASV mit LED-Signalgebern ausgestattet. Neben stromsparenden Leuchten hat das ASV auch das Ostampelmännchen eingeführt. Das 1961 vom Berliner Verkehrspsychologen Karl Peglau entwickelte Ampelmännchen hat sich nach der Wiedervereinigung zum Symbol der Ostalgie entwickelt.

In Deutschland herrscht Ampelmännchen-Vielfalt

Auch im übrigen Deutschland ist das Ostampelmännchen immer öfter anzutreffen. Wie in Babenhausen.

Obwohl im bürokratischen Deutschland sonst Einheitlichkeit vorherrscht, strebt man in Sachen Ampelmännchen Vielfalt an. „Das Ost-Ampelmännchen gibt einfach mehr Licht als die dünnen Männchen“, erklärt Jürgen Semmler vom ASV Darmstadt die Auswahl der Ampelmänner in Babenhausen. Das Amt für Verkehrswesen hat sich außerdem wegen der deutlichen Symbolik für die ostalgischen Männchen entschieden. „Der dynamische Schritt beim grünen Mann und die ausgebreiteten Arme des roten Männchens sprechen eine eindeutige Bildsprache, die jeder versteht“, so Jürgen Semmler.

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