Alternative Methoden

Mit dem Didgeridoo und Hypnose gegen lästiges Schnarchen!

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Region Rhein-Main – Über zehn Millionen Deutsche tun es jede Nacht. Schnarchen. Es ist unsexy und nervt. Mittel dagegen gibt es viele. Doch muss es immer die aufwändige Operation der Nasenscheidewand sein oder die unbequeme Schlafmaske? Der EXTRA TIPP stellt ein paar alternative Methoden vor. Von Oliver Haas

Der Geräuschpegel kann bis zu 90 Dezibel betragen. Das ist fast so laut wie ein Presslufthammer. Schnarchen ist oft harmlos für den Ratzenden doch vor allem für den wach liegenden Partner eine Lärm-Folter. Zahlreiche Methoden sollen das Schnarchen vermindern oder ganz einstellen. Doch was ist zu tun, wenn Abspecken, regelmäßiger Sport nichts ändert an der Sägewerk-Kulisse? Was, wenn das Einnähen von Tennisbällen, damit der Schnarcher nur auf dem Bauch schläft, keine Abhilfe für den Geräuschpegel im Schlafzimmer schafft? Bevor es gleich zur Operation der Nasenscheidewand kommt, könnten auch etwas außergewöhnlichere Methoden helfen: Zum Beispiel Hypnose. Monika Kudrikowa, Heilpraktikerin aus Frankfurt, hat bereits zahlreiche Schnarcher behandelt: „Man darf natürlich nicht davon ausgehen, dass hier nur mit dem Finger geschnippst wird und dann derjenige einschläft und der Patient dann nicht mehr schnarcht.“ Vielmehr sei es ein langer Prozess, bei dem in Hypnosegesprächen der Betroffene dazu gebracht werden soll, dass der Gaumensegel nicht mehr abschlafft, genug Spannung erhält.

Der Gaumensegel, ist ein Streifen beweglichen Gewebes im hinteren Teil der Mundhöhle. Dieser ist im entspannten oder erschlafften Zustand verantwortlich für die nächtlichen Vibrationen bei jedem Atemzug.

Die Rachenmuskulatur stärken

Wer immer schon mal das australische Musikinstrument Didgeridoo lernen wollte, könnte damit wieder für Ruhe im Schlafzimmer sorgen. Matthias Eder, der in der Volkshochschule Frankfurt Anfängerkurse fürs Didgeridoo-Spielen gibt, erklärt: „Durch die Zirkularatmung, wird die Rachenmuskulatur gestärkt.“ Und dies könne durchaus dazu führen, dass das Schnarchen weniger wird. Bei der Zirkularatmung wird gleichzeitig durch die Nase ein und durch den Mund ausgeatmet.

Auch wer regelmäßig zur Posaune oder Trompete greift, trainiert so gleichzeitig die Muskulatur seines Schlundes, strafft das Bindegewebe und kann so sein nächtliches Schnarchen bekämpfen.

Eine Studie des britischen Royal Exeter Hospitals hat indessen nachgewiesen, dass auch Singen eine wirksame Therapie gegen Schnarchen ist. Die Experten entwickelten sogar eine Musik CD mit speziellen Singübungen. Damit wird das Gaumensegel sowie die Zunge und der Nasen-Rachen-Raum trainiert. Außerdem wird ein Bogen hinten im Hals stimuliert. Auch unter normalen Chorsängern soll es deshalb wenig Schnarcher geben.

Wichtig: In jedem zehnten Schnarch-Fall liegt eine Schlapapnoe vor, bei der es immer wieder zu gefährlichen Atemaussetzern kommt. Hier hilft wohl keinerlei Musikinstrument oder Hypnose. Die mangelhafte Sauerstoff-Zufuhr kann zu Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und anderen Krankheiten führen. In diesen Fällen muss ein Arzt aufgesucht werden. Oft hilft dann doch nur die Schlafmaske oder Medikamente, die den Atemantrieb steigern. Oder es folgt letztlich doch der Griff zum Skalpell.

Oliver Haas

Oliver Haas

E-Mail:oliver.haas@extratipp.com

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