Alte Uhren im Trend: Mechanik statt Batterie

Von Norman Körtgebr /Mühlheim/Obertshausen - Susanne Huneke ist fasziniert von alten Uhren. Nicht unbedingt von ihrem Äußeren, sondern vor allem vom mechanischen Innenleben.

Als eine der ersten Uhrmacher in ganz Deutschland darf sich die in Obertshausen lebende 30-Jährige nun staatlich geprüfte Restauratorin im Uhrmacherhandwerk nennen.br /Wenn Susanne Huneke den alten Küchenherd öffnet und das Blech herauszieht, ist darauf keine Pizza zu finden. Dafür viele glänzende Zahnräder, Schräubchen, Federn und Zeiger. "Die Warmhaltefunktion ist ideal, um die Teile nach der Reinigung zu trocknen", erzählt sie. In ihrer Uhrenwerkstatt in Mühlheim-Lämmerspiel wird sie diese nun in filigraner Kleinarbeit wieder zu einem Zeitmesser zusammensetzen.br /"Ich hatte schon immer eine Liebe zur Mechanik", sagt Huneke. Fasziniert ist sie von mechanischen Uhren deshalb, da diese nicht einfach am Computer programmiert werden und dann mit Batterie laufen. Nur über die Mechanik wird neben der Uhrzeit beispielsweise auch Wochentage und Monate angezeigt. "Es gibt Uhren, die erkennen sogar Schaltjahre. Da bewegt sich ein Teil nur alle vier Jahre", erzählt sie begeistert.br /Ihre Leidenschaft hat sie zum Beruf gemacht. Erst Gesellin bei Baume  Mercier in Offenbach, Meisterprüfung und schließlich eine eigene Uhrenwerkstatt, die sie zusammen mit dem ebenfalls in Obertshausen lebenden Marius Rink führt.br /"Viele verbinden mit Uhrmacher nur jemanden, der Uhren verkauft oder die Batterie wechselt", weiß Huneke aus Erfahrung. Zwar wechselt auch sie mal eine Batterie, doch die meisten Menschen kommen zu ihr, weil sie sich mit alten, mechanischen Uhren gut auskennt. Das hat sie jetzt auch schwarz auf weiß. Sie und ihr Kollege gehören zu den ersten sechs Absolventen des neuen Berufsbildes "staatlich geprüfter Restauratoren im Uhrmacherhandwerk", die Ende Januar freigesprochen wurden.br /"Für unsere Kunden ist das so etwas wie ein Gütesiegel", meint die 30-Jährige. In ihrer Abschlussarbeit musste sie zusammen mit den anderen Absolventen eine französische Laternenuhr aus dem Jahr 1782 wieder in Gang bekommen. Da es dafür keine Ersatzteile mehr gibt, mussten diese per Hand angefertigt werden.br /An Kundschaft mangelt es der Mühlheimer Uhrenwerkstatt nicht. Das liegt zum einen daran, dass im Rhein-Main-Gebiet viele Sammler und Besitzer von alten Uhren leben. Außerdem hätten "gute Uhrmacher immer viel Arbeit", sagt sie mit einem Schmunzeln im Gesicht. Zumal ihre Kunden es schätzen, dass die Uhren in Mühlheim bleiben und nicht sonst wohin verschickt werden.br /Und zu guter Letzt erleben mechanische Uhren sowieso eine Renaissance. "Viele besinnen sich gerade im Computerzeitalter wieder bewusst auf die Mechanik", hat Huneke beobach

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