Cinquecento und Panda sind einfache Beute / Aber auch High-Tech-Diebe unterwegs

Alte Fiats im Visier der Autoknacker

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Leichte Beute für Autoknacker: Der Cinquecento  von Fiat.

Region Rhein-Main – Kein Auto scheint mehr sicher. Sowohl die Besitzer von alten Kleinwagen als auch von neuwertigen Luxuskarossen müssen um ihren Besitz bangen. Während derzeit in der Region reihenweise alte Fiats geklaut werden, räumen High-Tech-Diebe scheinbar verschlossene Autos leer – ohne Einbruchsspuren zu hinterlassen. Von Norman Körtge

Besitzer von alten Fiats sollten ihr Auto lieber einschließen – auch wenn es nicht mehr viel wert ist. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass das Gefährt am Morgen nicht mehr am gewohnten Platz steht, ist derzeit besonders hoch. Der EXTRA TIPP hatte bereits Anfang Juni über den Diebstahl eines knallgelben Fiat-Oldtimers „127 Sport“ in Offenbach und den versuchten Klau von zwei älteren Fiat Pandas in Langen berichtet. Jetzt sind in Offenbach innerhalb weniger Tage gleich vier Fiat Cinquecento gestohlen worden.

Am Donnerstag vor einer Woche war es ein roter Cinquecento, der in der Schäferstraße vor Hausnummer 8 abgestellt worden war und am nächsten Morgen weg war. Gleich in Folge wurde das Modell am vergangenen Wochenende kurzgeschlossen und geklaut. Zunächst wurde ein schwarzer Cinquecento als gestohlen gemeldet, der im Nordring stand. Noch während der Eigentümer die Anzeige auf dem Polizeirevier erstattete, fand ein Streifenwagen das Auto in der Liebigstraße auf dem Parkplatz der Hauptpost wieder. Dort müssen die Fiat-Diebe einen anderen schwarzen Cinquecento geknackt haben, der dort abgestellt war und seit Montagmorgen von seinem Besitzer vermisst wird.

Jugendliche brechen Autos zu Übungszwecken auf

Ein dritter schwarzer Fiat gleichen Modells verschwand zunächst ebenfalls von Sonntag auf Montag aus der Geleitsstraße. Doch diesen Wagen fand die Polizei am Montagabend in Mühlheim. Und nicht nur das. Zwei verdächtige Jugendliche im Alter von 13 und 15 Jahren wurden vorläufig festgenommen. Ob die Jugendlichen in Zusammenhang mit den anderen Diebstählen stehen, wird noch ermittelt, sagte Polizei-Pressesprecherin Andrea Ackermann. Auf jeden Fall bittet sie um Mithilfe bei der Aufklärung der Diebstähle: Zeugen können sich unter (069) 8098-1234 melden.

Auch der Fiat Panda fällt immer häufiger den Auto-Dieben zum Opfer.


Dass ausgerechnet ältere Fiat-Modelle geklaut werden, ist nach Meinung von Fachleuten kein Wunder. „Die sind einfach zu knacken und schnell kurz zu schließen“, meint ein Kfz-Mechaniker und ergänzt: „Zu Übungszwecken ideal.“

Professioneller gehen hingegen die Täter vor, vor denen jetzt die Kriminalpolizei warnt. Nachdem sich in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis die Anzahl an Fällen häufte, bei denen scheinbar verschlossene Autos ohne Einbruchsspuren zu hinterlassen ausgeräumt wurden, vermutet die Kripo High-Tech-Diebe hinter den Tätern.

Banden arbeiten mit Funktechnik

„Wahrscheinlich wurden so genannte Jammer benutzt“, berichtet Ackermann. Das sind Geräte, die den Schließmechanismus über die Schlüssel-Fernbedienung manipulieren. Der Autobesitzer entfernt sich also im Glauben, der Wagen sei verschlossen, und die Diebe haben freie Bahn. Auch in Frankfurt war vor einiger Zeit bereits eine solche High-Tech-Bande am Werk. Ihr konnte allerdings das Handwerk gelegt werden. Wie die Fälle aus dem Main-Kinzig-Kreis allerdings zeigen, gibt es mehrere solcher Gruppen. Daher rät die Polizei zu prüfen, ob das Auto wirklich abgeschlossen ist oder besser ganz altmodisch mit dem Schlüssel abzuschließen. Generell gilt: „Das Auto ist kein Safe“, sagt Ackermann. Daher keine Wertgegenstände im Auto lassen.

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