Äppler: Eine Kultur vor dem Untergang

Die Zahlen des Hessischen Verbandes der Apfelwein- und Fruchtsaftkeltereien sind alarmierend. Wurden 1990 noch rund 60 Millionen Liter Apfelwein hergestellt, sind die Zahlen mittlerweile eingebrochen.

Nur noch 40 Millionen Liter wurden in der vergangenen Saison gekeltert, sagt Verbandssprecherin Sonja Slezacek. Weniger wirtschaftsnahe Experten gehen davon aus, dass die ehemalige wirkliche Keltermenge vor wenigen Jahren noch bei knapp 90 Millionen Litern lag. Demzufolge ist der Apfelweinkonsum in den letzten Jahren um weit mehr als die Hälfte zurückgegangen."Früher wurde noch überall Apfelwein getrunken", erinnert sich Gertrud Weiland von der Urberacher Kelterei Schwarzkopf: "Heute wollen die jungen Leute doch nur noch diese süßen Mixgetränke." Und wenn einer schon mal einen Äppler bestellt, werde der zu allem Überfluss noch mit Cola gemischt. "Denen ist doch die ganze Tradition egal." So etwas bereite dem echten Apfelweintrinker Bauchschmerzen.Genau darin liegt die Krux, wie ihre Tochter Diana Schlapp weiß: "Der Äppler ist für die meisten jungen Leute einfach nicht hip genug." Er entspreche nicht mehr dem aktuellen Lebensgefühl. Deswegen sei auch der Stöffche-Konsum in Gaststätten rapide zurückgegangen. Dabei habe er so viel Geschmack zu bieten und sei obendrein gesund. "Er wirkt kolesterinsenkend und fördert die Verdauung", versichert Schlapp.Trotz allem Lob: Wenn nicht bald etwas passiert, wird der Äppler über kurz oder lang aus dem Alltag verschwinden. Wer dann noch ein Glas trinken will, muss ihn selbst kelt

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