Abschiebe-Drama: Jasna Bukvar bekommt Hilfe aus der Politik

Dietzenbach - Jasna Bukvar schöpft neue Hoffnung. Nach dem Bericht des EXTRA TIPPs über die junge Mutter, die vom Kreis Offenbach abgeschoben werden soll, regt sich Widerstand in der Politik und bei Hilfsorganisationen. Von Christian Reinartz

"Wir sind bestürzt über diesen Fall, zumal Frau Bukvar nach dem bisherigen Stand wirklich keinen Grund liefert, um ausgewiesen zu werden", sagt Nassif Khalil, Fraktionsvorsitzender der Dietzenbacher Liste im örtlichen Stadtparlament. Zusammen mit anderen Politikern will er jetzt den Fall unter die Lupe nehmen, um zu schauen, warum die Ausländerbehörde so hart vorgeht. Auch von höherer Stelle könnte es bald politischen Druck geben. Khalil: "Wir stehen wegen Frau Bukvar im Gespräch mit Landtagsabgeordneten."

Auch Uwe Schwalb vom Verein Pro Asyl aus Neu-Isenburg ist auf die drohende Abschiebung der jungen Mutter aufmerksam geworden. "Es ist gut, dass das Thema nun in der Öffentlichkeit ist", erklärt er: "Da wird der Landrat immer etwas vorsichtiger." Die Zustände in der Ausländerbehörde findet er unzumutbar: "Das darf man so nicht hinnehmen." Er will zusammen mit Bukvar Spezialisten heraussuchen, die sich mit solchen Fällen auskennen.

Jasna Bukvar ist von der Solidarisierung überwältigt: "Hier haben so viele Leute angerufen und mir ihre Unterstützung versichert." Mittlerweile habe sie wieder Hoffnung, dass sie ihr Kind in Deutschland großziehen darf. Doch der Weg dahin ist beschwerlich und steinig.

Der erste Schritt ist allerdings schon getan: Eine klammheimliche Abschiebung der jungen Mutter ist nun nicht mehr möglich. Und auch in Zukunft werden die Augen der Politik auf dem Fall Bukvar ruhen. Nassif Khalil verspricht: "Wir werden an diesem Fall dranbleiben."

Uwe Schwalb wird noch konkreter: "Wenn alle Stricke reißen, sollte man diesen sozial unerträglichen Fall vor den Petitionsausschuss des Hessischen Landtags bringen."

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