Abgeblitzt: Keine Strafe wegen Wildwuchs

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Das Tempo30-Zonen-Schild ist in der Adalbert-Schweitzer-Straße von Sträuchern verdeckt. F.: got

Dreieich – Wer zu schnell fährt, wird geblitzt und muss zahlen. Normalerweise. Doch 13 in Dreieich erwischte Autofahrer müssen jetzt doch keine Strafe zahlen. Von Silke Gottaut

Am Morgen des 11. Januar biegt Siegrid S. in Dreieich-Götzenhain von der Bleiswijker Straße kommend rechts in die Adalbert-Schweitzer-Straße ein. „Ich fuhr ein paar Meter und plötzlich wurde ich geblitzt. Dabei war ich nur ein bisschen schneller als 40 Stundenkilometer. Dachte aber, es sind 50 erlaubt. Ein Tempo-30-Schild habe ich nicht gesehen.“

Kein Wunder, denn das Tempo-30-Zonen-Schild in Höhe der Hausnummer 1 war nicht mehr sichtbar. Die Zweige eines Strauches verdeckten das Schild fast vollständig. Deshalb beschwerte sich Siegrid S. auch – und bekam Recht.

Die Voraussetzung, dass der Autofahrer weiß, wie schnell er fahren darf, war in diesem Fall nicht gegeben“, sagt Irene Dietz, Pressesprecherin der Stadt Dreieich: „Das Straßenverkehrsamt war vor Ort und hat sich die Lage angeschaut. Deswegen ist die Geschwindigkeitsmessung von dem Tag ungültig. Die Stadt Dreieich entschuldigt sich für die Unannehmlichkeiten.“

Geblitzt wurden an diesem Tag 13 Autofahrer. Der schnellste war mit 48 Stundenkilometern unterwegs. Dafür hätte er 25 Euro blechen müssen. Allerdings hätten vor der Tempomessung die Hilfspolizisten prüfen müssen, ob alle Schilder gut sichtbar sind. „Dies wurde in dem Fall nicht gemacht“, so Dietz.

In diesem Zusammenhang weist die Kommune deshalb noch einmal daraufhin, dass Grundstücksbesitzer verpflichtet sind, Bäume und Sträucher zurückzuschneiden, wenn sie über den Zaun ragen. Den Hausbesitzer aus der Adalbert-Schweitzer-Straße hat die Stadt nun explizit aufgefordert, die Sträucher innerhalb der nächsten zwei Wochen zurückzuscheiden. Sonst muss er Strafe zahlen.

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