Fünf Wochen durch Hessen

Abenteuer-Tour vor der eigenen Haustür

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Gute Laune auch bei starkem Regen: Vor allem mit dem Wetter hatten Monika Baum und ihre Mitstreiter zu kämpfen.

Region Rhein-Main - Fünf Wochen in der freien Natur. Fünf Wochen lang unterwegs. Dies wagte sich eine Gruppe Wanderbegeisterter im Rahmen des Projekts „Fünf Wochen - Fünf Trails“. Zu Fuß erkundeten sie Hessens schönste Wanderwege und nahmen viele Erinnerungen mit nach Hause. Von Fabienne Seibel

Der Sturm peitscht die Regentropfen ins Gesicht. Am Wegesrand drohen Bäume umzustürzen. Der Rücken schmerzt unter der Last des Rucksacks. Fünf Wanderer bahnen sich weiter ihren Weg entlang des Feldbergs. Die starken Windböen erschweren das Weitergehen. Gemeinsam beschließen sie, die geplante Route abzukürzen. Doch die Wanderer nehmen es leicht. „Solch ein Wetter gehört beim Wandern dazu“, sagt Monika Baum, eine der fünf Teilnehmerinnen bei „Fünf Wochen - Fünf Trails“ – ein Wanderprojekt, bei dem eine fünfköpfige Gruppe die schönsten Flecken Hessens erkundet hat.

Fünf Wochen unterwegs

Ungewöhnliches Fortbewegungsmittel: Kamele kamen auch zum Einsatz.

Für die Krankenschwester Monika Baum bestand die größte Herausforderung darin, fünf Wochen am Stück unterwegs zu sein. Rund 600 Kilometer wurden in dieser Zeit zurückgelegt. Manchmal auch per Rad, Kanu oder sogar mit dem Kamel. Wenig Regenerationszeit, viel frische Luft und die kilometerlangen Wanderungen ließen die Naturliebhaber abends erschöpft in ihre Betten sinken. „Das sind so viele Eindrücke, die erstmal sortiert und verarbeitet werden müssen“, sagt die agile 40-Jährige aus Heusenstamm. Trotz der Anstrengung wurden an vielen Tagen sogar mehr Kilometer zurückgelegt, als geplant. Monika Baum: „Jeder von uns hätte gerne noch fünf Wochen verlängert.“

Ihre Route führte die Teilnehmer quer durch Hessen. Gestartet wurde im Willingen, dann ging es rüber zum Hohen Meißner, weiter in die Region Vogelsberg und in die Rhön. Von dort aus dann in den Spessart, ins Rheingau und beendet wurde die Tour schließlich im Odenwald.

Trip in die Alpen ist nicht nötig

Die sportbegeisterte Monika Baum, die bereits als Kind ihre Liebe zum Wandern entdeckte, schwärmt: „Es ist toll seine Nase hier in der Gegend überall mal hineinzustecken. Viele wissen gar nicht, dass wir so tolle Gegenden direkt vor der Haustür haben.“ Um schöne Wanderrouten zu entdecken müsse man gar nicht bis in die Alpen fahren.

Und: So eine Wandertour schweißt zusammen. „Es lief alles sehr harmonisch ab“, sagt Baum über die Stimmung unter den Wanderkollegen. Sogar Freundschaften sind unter den Teilnehmern entstanden. Da ist es nicht verwunderlich, dass das nächste gemeinsame Erlebnis bereits in den Startlöchern steht. Im Mai wollen die Fünf die Bergstraße entlang wandern. Für die unermüdliche Monika Baum geht es im November schon wieder in die Berge. Diesmal auf dem Snowboard. „Ruhige Abende auf der Couch sind nicht mein Ding“, sagt sie und lacht.

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