Eine Stunde Wartezeit in Seligenstadt

Bus mit Dauerverspätung: Schüler müssen bibbern

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Weil ihr Bus Verspätung hat, verpassen Shari Rischer (rechts) und ihre Freundin fast täglich den Anschlussbus. Mutter Karin Rischer ist deshalb sauer.

Seligenstadt – Fast täglich fährt der 16-jährigen Shari Rischer und ihren Freundinnen der Anschluss-Bus vor der Nase weg. Der Grund: Ihr Bus von der Schule verspätet sich ständig. Die Folge: Die Jugendlichen müssen eine Stunde in der Kälte warten. Von Christian Reinartz 

Es sind genau sieben Minuten, die der Bus mal wieder zu spät kommt. Shari Rischer steht mit ihren Freundinnen und ihrer Mutter Karin an der Bushaltestelle Westring in Seligenstadt. Normalerweise sollte der 86er-Bus dort so ankommen, dass die Kinder gemütlich die Straßenseite wechseln können, um ihre Anschlussverbindung nach Rodgau zu bekommen. „Aber das funktioniert seit Monaten nicht“, sagt Karin Rischer. „Fast täglich kommt der Bus viel zu spät.“ So spät, dass die Mädchen gar keine Chance mehr haben, weil ihnen der Anschluss-Bus vor der Nase weggefahren ist. Dann beginnt eine quälende Stunde Wartezeit in der Kälte.

Beschwerden von Karin Rischer beim zuständigen Busunternehmen Viabus ändern an der Sache nichts. „Ich habe das Gefühl, das nimmt dort keiner Ernst“, sagt Karin Rischert. Zwar habe man ihr erklärt, dass eine Baustelle in Seligenstadt an der Verzögerung schuld sei. Dennoch ist die Mutter sicher: „Das muss noch an was anderem liegen.“ Sie habe von Schülern berichtet bekommen, dass der Bus entgegen des Fahrplans auch noch auf ein Schulgelände einbiegt, um Schüler einzuladen oder eine „Putzfrau für die Schule“ abzusetzen. „Das kostet doch alles Zeit, wegen der meine Tochter dann warten muss.“ Doch warum wartet der andere Bus nicht auf die Kinder? Und warum ist es so schwer, den Fahrplan einzuhalten?

Als der EXTRA TIPP nachhakt, kommt Bewegung in die Sache. Thomas Dickmann von Viabus versucht zu erklären: „Wir wissen von dem Problem, aber wegen der Baustellen können wir an der Situation nur wenig ändern.“ Zudem habe die Baustelle auf der A3 bis vor kurzem den Verkehr verstärkt, was zu längeren Fahrzeiten geführt habe.

Dass der Bus in die nahegelegene Schule einbiege und die Kinder dort aufnehme, hinge damit zusammen, „dass die lebhaften Kinder sonst an der Straße stehen müssten.“ Eine Verzögerung komme so aber nicht zustande, versichert er.

Man habe nun noch einmal mit dem für den Anschlussbus zuständigen Unternehmen gesprochen. „Die haben uns drei Minuten Wartezeit zugesichert. Das sollte die Situation etwas entspannen, sodass genug Zeit da ist, dass die Jugendlichen umsteigen können.“

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