Was waren Ihre Lieblingsfiguren?

40 Jahre Playmobil: Die Redaktion erinnert sich

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Die EXTRA TIPP-Redaktion erinnert sich zum 40. Jubiläum von Playmobil zurück.

Region Rhein-Main – Die Playmobil -Figuren werden in diesem Jahr 40 Jahre alt. Von den kleinen Plastikmännchen gibt es in der Zwischenzeit 4000 verschiedene Modelle. Viele Playmobil-Besitzer können stundenlang Geschichten erzählen – wir auch. Von Axel Grysczyk 

Der EXTRA TIPP fordert seine Leser auf: Machen Sie Bilder von ihren Playmobils und schicken sie uns dazu Ihre Anekdoten. Wir veröffentlichen die schönsten Geschichten. Einfach ein paar Zeilen an redaktion@extratipp.com  schicken und Name und Adresse hinzufügen. Den Anfang macht die Redaktion selbst. Auch wir haben auf dem Dachboden gekramt – hier sind die Playmobil-Geschichten

Es begann mit einem Bauarbeiter, einem Indianer und einem Ritter. Es folgten rund 2,7 Milliarden Figuren, die Playmobil in den vergangenen 40 Jahren produziert hat. Weltweit arbeiten rund 3700 Mitarbeiter, davon 80 Entwickler, in der fränkischen Playmobil-Zentrale an neuen Modellen. Die Figuren und das nicht endende Zubehör vertreibt der Zirndorfer Spielzeugherstellers Geobra Brandstätterdie. 2014 feiert die Marke ihr 40-Jähriges. Irgendwann hat der heutige Erwachsene seine Kisten mit Playmobil auf dem Dachboden verstaut. Dort lagern nicht nur die Figuren, denen heute oft irgendetwas fehlt. An ihnen kleben Kindheits-Erinnerungen und unvergessene Geschichten.

Bilder von den Playmobils

40-Jähriges Jubiläum von Playmobil

Mit abgesägtem Bein und als Höhlenforscher

von Axel Grysczyk

Playmobil-Figuren erfüllten bei mir nur wenige Tage ihren ursprünglichen Auftrag als Indianer oder Bauarbeiter. Schnell wurden sie umfunktioniert und wurden zu Erfüllungsgehilfen einer nicht zu bändigen kindlichen Fantasie. Da sägte ich dem Pferd des Soldaten das Hinterbein ab, um der selbst kreierten Tierarztpraxis Authentizität zu verleihen. Oder wir stellten auf dem Teppich im Wohnzimmer in Ermangelung eines heutigen Flip-Charts die Aufstellung meiner damaligen D-Jugend-Fußballmannschaft nach und versuchten noch einmal originalgetreu unsere heroischen Siege gegen die Knaben aus dem Nachbarort nachzuspielen. Für mich unvergessen waren die bis heute verschollenen Playmobils, die als Höhlenforscher im damaligen Sandkasten in unserem Garten in für mich damals noch nie dagewesene Tiefen vorstoßten. Nicht alle kehrten in die heimische Spielkiste zurück. Heute hat mein Vater über dem Sandkasten einen Freisitz gebaut. Ruht in Frieden, ihr Playmobils.

Im Morgengrauen mit Kanonen auf Piraten

von Christian Reinartz

Redakteur Christian Reinartz.

Playmobil und die Wochenenden bei meinem Cousin im Taunus waren untrennbar miteinander verschweißt. Punkt 4.30 Uhr gingen die Augen auf. Danach wurden die kleinen Playmobil-Plastikkanonen des Piratenschiffs erst mit Kugelschreiberfedern getunt. Dann wurden sämtliche Playmobilmännchen auf dem mehrere Meter langen Wandregal aufgebaut. Da standen sie dann in Reih und Glied: Cowboys, Indianer, Polizisten, Ritter, Piraten, Prinzessinnen und Clowns – und warteten auf den Abschuss. Und der folgte auf Kommando. Denn nur der gewann, der mit seiner Kanone die meisten Männchen vom Regal holte. Zumindest bis meine völlig entnervte Tante, offensichtlich viel zu früh vom Schlachtenlärm geweckt, ins Zimmer stürmte und für Ruhe sorgte. Ich gebe zu: Pazifistisches Spielen geht anders. Spaß gemacht hat’s trotzdem!

Das Abenteuer selbst in die Hand nehmen

von Dirk Beutel

Weihnachtsferien Ende der Achtziger: Damals lag noch Schnee auf der Straße, und quer durch die Fernsehkanäle liefen Western-Klassiker, Seeräuberfilme oder Ritterepen. Inspiration genug, um die Abenteuer im heimischen Wohnzimmer selbst in die Hand zu nehmen. Rauchende Colts und zischende Pfeilsalven zwischen Kissen-Felsen und Sofa-Canyons – eine erbitterte Schlacht um einen geheimen Schatz. Eine Währung, die überall gültig ist. Auch bei meinen Kumpels von nebenan. Die steuerten ihre Seeräuber, die bis an die Zähne bewaffnet auf einem Schiff daherkamen. Achtung, auf die Kanonen aufpassen! Und nicht zu vergessen, die listigen Wasser-Angriffe der Indianer, die mal wieder keiner auf der Rechnung hatte, sich aber fintenreich die Truhen mit den Gold- und Silbermünzen unter den Nagel rissen. Da half es am Ende auch nichts, dass die berittene Bauarbeitertruppe doch noch das Schiff geentert hatten. Ach ja, das waren heilige Nachmittage.

Duelle in der Ritterfestung

von Fabienne Seibel

Ritterturniere, eine entführte Prinzessin und mit Schild und Schwert die Burg verteidigen. Im mittelalterlichen Szenario konnte ich im heimischen Kinderzimmer die Zeit vergessen. Bei Schlachten rund um die Festung gaben meine Ritter ihr Leben für den König. Mit Pfeil und Bogen wurden unter meinen lautstarken Schlachtrufen Eindringlinge von der Brücke verjagt. An meiner Lieblingsfigur, dem schwarzen Ritter mit Doppelaxt und dem schwarzen Pferd, kam jedoch niemand vorbei. Er schlug jeden in die Flucht, so dass die Figuren regelmäßig quer durchs Zimmer flogen. Nachdem Pferde, Ritter, Kanonenkugeln und Schwerter überall verteilt herumlagen, kam der besondere Moment in dem ganzen Spektakel: Der rote Drache erschien am Horizont, kreiste mit wildem Gebrüll seine Runden um die Festungsanlage, bis er sich im finalen Kampf ein Duell mit dem schwarzen Ritter lieferte. Nachdem auch das wilde Tier besiegt war, kletterte der Ritter zur Prinzessin in den Turm und küsste sie. Also trotz aller Gewalt ein Happy End.

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