2012 endet schon am 21. Dezember – wenn die Maya Recht behalten

+
Die Montags-Demos am Frankfurter Flughafen finden auch 2012 statt – vielleicht werden sie auch auf Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag ausgeweitet.

Region Rhein-Main – 2012 wird ein Jahr ohne Weihnachten und Silvester. Denn der Maya-Kalender endet am 21. Dezember 2012. Weltuntergang? Was in den Tagen bis dahin so in der Region passiert, hat sich die EXTRA-TIPP-Redaktion zusammen gesponnen. Von Axel Grysczyk/ Norman Körtge

Boris Rhein

Am 11. März wird am geheimen Versammlungsort der Frankfurter Hells Angels mächtig gefeiert. Bereits im ersten Wahlgang ist Boris Rhein neuerOberbürgermeister geworden. Mehrere Prostituierte rufen immer wieder: „Rhein, Rhein, Rhein!“ Der Ex-Innenminister geht als der OB mit der kürzesten Amtszeit in die Geschichte ein. Nach dem 21. Dezember 2012 wird er nicht mehr gesehen.

Die Occupys vor der EZB erhalten ein Freilichtmuseum im Frankfurter Ostend.

Die Aufregung war groß als am 1. Januar 2002 die ersten Euro-Scheine aus den Geldautomaten der Region gezogen wurden und wenig später beim Einkaufen mit dem Wechselgeld die ersten Euro-Münzen in die Portemonnaies fielen. Zehn Jahre später gibt‘s immer noch frische Euro-Scheine am Automaten und an der Kasse immer noch Euro-Münzen zurück. Doch der Euro und mit ihm das gesamte Finanzsystem steckt in der Krise. Noch. Denn die Finanzjongleure kommen endlich zu Sinnen. Auch dank der vor der Europäischen Zentralbank (EZB) am Willy-Brandt-Platz campierenden Occupy-Aktivisten. Zur Würdigung der Protestler entwirft Architekt Wolf Prix vom Wiener Büro Coop Himmelb(l)au, das den spektakulären 185-Meter-Doppelturm der neuen EZB im Frankfurter Ostend entworfen hat, ein aus vielen bunten Zelten bestehendes Freilichtmuseum. Es soll direkt vor dem im Bau befindlichen Wolkenkratzer entstehen. Der Eintritt wird frei sein. Wenn denn am 21. Dezember 2012 nicht eh alles vorbei ist.

Eigentlich wollte sich mit den vor wenige Tagen in Groß-Umstadt begonnen Tiefenbohrungen ein mittelständischer Industriebetrieb nur mit Erdwärme versorgen. Doch in 756 Metern Tiefe trifft der Bohrkopf auf eine geleeartige Masse. Die quillt unaufhörlich aus dem Bohrloch, lässt sich nicht stoppen. Die Panik ist zunächst groß. Bis das Fresenius-Institut in Taunusstein feststellt, dass sich die Masse als idealer Brotaufstrich eignet: Kalorienarm, reich an Mineralien und Spurenelementen und glättet beim Auftragen auf die Haut Falten. Die geschäftstüchtigen Groß-Umstädter vermarkten die Masse abgefüllt in kleinen Döschen als „Umstädter Gelee“. Selbst Dieter Bohlen, mit Furchen so tief wie der Grand Canyon ausgestattet, sieht danach aus wie ein Babypopo. Faltenfrei bis zum 21. Dezember 2012.

Jimmy Hoffer

Eine ganze Region in der Relegation! Nach dem schwachen 1:1 am 6. Mai in Karlsruhe landet die Eintracht in der Zweiten Liga nur auf Platz drei. Der FSV erreicht Platz 16 im Unterhaus und muss in die Abstiegsrelegation gegen den Drittplatzierten der Dritten Liga, die Offenbacher Kickers antreten. Die Eintracht schießt durch ein Tor des eingewechselten Jimmy Hoffer den Club aus Nürnberg in die Zweite Liga. Dort treffen sie auf die Offenbacher. Der FSV rutscht ab und liegt am Boden. Andy Möller bietet sich als Retter an, wird aber abgelehnt.

Am 1. Juli schreibt Miroslav Klose Fußballgeschichte. In seinem letzten Spiel als Nationalspieler, seinem 119. Länderspiel, schießt er in der 78. Minute das 2:1 für Deutschland im Finale gegen Spanien. Am Ende siegt Deutschland gar überraschend deutlich mit 4:1. Danach wechselt Jogi Löw zu Real Madrid, Bastian Schweinsteiger zieht zu Magdalena Neuner und beendet seine Karriere und Berti Vogts bekräftigt, dass er großen Anteil am Titelgewinn hat. Nach der Schmach beim FSV Frankfurt wird Andy Möller Nationaltrainer – aber nur bis zum 21. Dezember.

Eigentlich hätte vom 1. bis 10. Juni derHessentag in Wetzlar gefeiert werden sollen. Doch drei Monate vorher findet Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP) durch gezielte Internetrecherche heraus, dass Hessentagsstädte Millionen von Euro draufzahlen müssen und möchte das Fest der Hessen nicht mehr ausrichten. In einer bis dahin einmaligen Kooperation verständigen sich daraufhin die Hessentagsstädte Oberursel (2011) und Dietzenbach (2001) auf eine gemeinsame Austragung. Die sogenannte Hessenstagsstraße führt über 40 Kilometer von Oberursel quer durch Frankfurt, Offenbach, Heusenstamm bis nach Dietzenbach. Die Hessen feiern bis zum Umfallen. Schließlich wird es nach dem 21. Dezember 2012 den Hessentag wohl nur noch unregelmäßig geben.

Heftig wird rund um den Frankfurter Flughafen für ein Nachtflugverbot und gegen die Landebahn Nordwest demonstriert. Die Montags-Demos im Flughafen-Terminal, zu denen Tausende von fluglärm-geplagten Menschen pilgern, weiten sich auf Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag und gar den Samstag aus. Im Frühjahr trifft das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig dann eine klare Entscheidung. Nachtflugverbot von 23 bis fünf Uhr. Der Jubel hält sich in Grenzen. Die Lärm-Belastung am Tag bleibt hoch. Bis zum 21. Dezember. Dann herrscht Ruhe. Für immer.

Kommentare