Kein Platz für Studenten

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So wie Jonas Erkel, Vorstand des AStA, sitzen in Zukunft viele Studienanfänger auf dem Boden überfüllter Vorlesungssäle in der Goethe Universität.

Frankfurt – Tausende Studienanfänger stürmen 2011 die Frankfurter Goethe Universität – damit rechnet der AStA. Grund: Die Wehrpflicht entfällt und Schüler der 12- und 13-jährigen Schulzeit schließen in diesem Sommer gleichzeitig das Abitur ab. Von Angelika Pöppel

„Die Situation ist eine Katastrophe“, sagt Jonas Erkel, Vorstand des AStA in Frankfurt. Der Campus Westend ist jetzt schon zu klein. Studentenwohnungen in Frankfurt sind knapp. Und Professoren fehlen auch. In diesem Jahr marschieren Erstsemester aus dem Abitur und aus dem beendeten Wehrdienst zusammen in die Universitäten ein. Rund 5000 junge Menschen zusätzlich beginnen nach dem Wehrdienst mit dem Studium in Hessen, sagt Ulrich Adolphs, Pressesprecher des Ministeriums für Kunst und Wissenschaft. Dazu kommen Absolventen aus den Doppeljahrgängen anderer Bundesländer. Der AStA rechnet daher mit rund 3000 Neulingen mehr, als im Wintersemester 2010 an der Goethe Uni. Deshalb wirbt die Universität um Professoren, die noch im Ruhestand Vorlesungen halten. „Das darf aber nur eine absolute Ausnahme sein“, betont Erkel. Um die Studentenmassen unterzubringen, sollen auch Kino- und Theatersäle angemietet werden.

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Zusätzlich kommen, laut dem Frankfurter Studentenwerk, auf die aktuell 50.000 Studenten in Frankfurt nur 3.380 Wohnheimplätze. Dieser Notstand verschärft sich noch zum Wintersemester. Konsequenz: Studenten zahlen hohe Mieten auf dem privaten Wohnungsmarkt. Das Studentenwerk plant rund 1000 neue Wohnheimplätze in den nächsten Jahren. Doch auch das reiche nicht aus, sagt Katrin Wenzel, Pressesprecherin des Studentenwerks.

Frankfurt sei trotz hoher Mieten beliebt bei Studenten, auch wegen des gebührenfreien Studiums, sagt Jonas Erkel. Besonderen Zulauf erwartet er in den Fächern Jura, Sport, Psychologie, Medizin und Sprachen. Den Ansturm muss die Hochschule selbst organisieren.

Bund und Land reagieren mit 31 Millionen Euro für Hessische Hochschulen. Wie viel davon an die Goethe Universität geht, ist noch nicht bekannt. Hilfreich ist das für Erkel nicht: „Die Unterstützung hebt sich mit den beschlossenen Kürzungen praktisch auf.“

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