Historisches Quoten-Tief für "Wetten, dass...?"

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Thomas Gottschalk und die Hard-Rocker von "KISS".

Erfurt - Die Konkurrenz war zu groß: Nur 7,8 Millionen Zuschauer wollten am Samstagabend "Wetten, dass...?" sehen - ein historisches Quoten-Tief.

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Thomas Gottschalk hatte es vorausgesehen: Als Wladimir Klitschko bei seinem Auftritt bei “Wetten, dass...?“ am Samstagabend in Erfurt sagte: “Die Quoten werden stimmen, die Wetten werden stimmen“, da antwortete der Moderator mit einem ernüchternden “Na, mach' dir mal nichts vor.“ Und recht hat er gehabt: Die 187. Ausgabe von Europas größter Live-Show wurde für ihn zu einem Fiasko. Nur 7,8 Millionen Zuschauer wollten die Unterhaltungsshow sehen, die am Samstagabend aus Erfurt übertragen wurde (Marktanteil von 25,3 Prozent).

Verrückte Ballon-Wette bei "Wetten, dass..?"

Verrückte Ballon-Wette bei "Wetten, dass..?"

Und der Schmach nicht genug: Gottschalk verlor auch noch die Stadtwette. Dabei hatte alles ganz lustig begonnen. Der 26-jährige Münchner Student Bernd Hassmann konnte bei seiner Wette von einem Drahtseil springend acht Luftballons mit seinem Hintern zum Platzen bringen. Für seine originelle Idee wurde er zum Schluss zum Wettkönig gekürt und konnte als Siegerprämie ein Auto mit nach Hause nehmen.

Der Gag am Rande: Seine Großeltern hatten ganz arglos im Publikum gesessen und nicht geahnt, dass ihr Enkelsohn auf der Bühne stehen würde. Auch keine der anderen Wetten war schuld an der Pleite. Sowohl das “Baggerballett“, als auch die Holzbrett-Bohrer und die fallenden OP-Instrumente wurden gewonnen und sorgten kurze Zeit für Spannung und Gelächter im Publikum.

Die Kinderwette mit der zehnjährigen Sophia Heesch war erfrischend und locker. Als Lohn für das Erkennen von vier Star-Wars-Figuren per Ablutschen darf die Schülerin mit ihrer Familie nach Hollywood reisen. Doch zeitraubend und langweilig waren die vielen Erklärungen drum herum. Das konnten auch die gewohnt scharfen Spitzen des Moderators im himmelblauen Jackett nicht herausreißen.

So erwiderte er auf die Sorge Kevin Costners, dass sich die wettenden Baggerfahrer in tödliche Gefahr begeben: “Gefährlich wird es erst, wenn Frau Käßmann ihnen entgegenkommt.“

Katastrophaler Auftritt von KISS

Der Stargast des Abends, die 75-jährige Sophia Loren, wirkte den ganzen Abend etwas verloren und verwirrt auf der Couch. Erst hielt ihr deutscher Jung-Kollege Matthias Schweighöfer ungeniert seine Kamera, die er für eine verlorene Wette führen musste, in ihr üppiges Dekolletee. Dann musste sie auch noch einen plumpen Witz Gottschalks über die Ohrstöpsel über sich ergehen lassen, die sie nach dem lauten Konzert der Hardrock-Band KISS in den Ohren vergessen hatte. “Ich dachte, es sei ihr Hörgerät“, witzelte er.

Seine auch Italienisch sprechende Co-Moderatorin Michelle Hunziker, die der Alt-Diva charmant übersetzte und fast als Einzige an diesem Abend für jugendlichen Schwung sorgte, ließ diesen Gag lieber aus. Nicht lange hielt es Kevin Costner auf der “Wetten, dass...?“-Couch aus. Er war gekommen, um für seine neue Band “Modern West“ zu werben, mit der er im Sommer auf Deutschland-Tour geht. Allerdings machte er als Sänger einen weitaus schlechteren Eindruck als bislang als Schauspieler.

Nach seinem Auftritt verschwand er in den Kulissen. Doch noch katastrophaler war der Auftritt von KISS. Was als musikalischer Höhepunkt des Abends angekündigt worden war, misslang gründlich. Die Altherren-Band, die erstmals seit zehn Jahren wieder auf der Bühne stand, traf die Töne nicht. Das konnten noch nicht mal das laute Geknalle der Pyrotechnik und die Begeisterung der angereisten KISS-Fans verbergen.

Zum Schluss fiel selbst die geplante KISS-Party vor der Erfurter Messehalle aus. Die Stadtwette ging verloren, weil sich keine 1.500 maskierte Fans der Band auf dem Vorplatz eingefunden hatten und deshalb das riesige KISS-Logo nicht ausfüllen konnten. Zwar hatte Michelle Hunziker vor den angereisten Anhängern versprochen, dass die Party trotzdem steigen werde. Doch als Gottschalk drinnen die Sendung beendete und die Fernsehkameras ausgingen, wurde auch draußen die Musiktechnik zusammengepackt. Zurück blieben kleine Grüppchen zutiefst enttäuschter KISS-Doubles.

dapd

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