Warum Frau Schaffrath ein Stück "Wild" bleibt

Eine Single-Show im Fernsehen sollte es sein. Auf der Suche nach dem Mann des Lebens, will die 36-Jährige Bewerber testen. Doch dann kommt das Konzept an die Öffentlichkeit und die Idee ist gestorben.

Blöd: Die Schaffrath lässt während der Konzeptentwicklung Männerbekanntschaften nicht so nah an sich ran, will ja schließlich die Idee der Show nicht gefährden. "Und dann steht das groß in der Zeitung und ich stehe doof da. Insbesondere deswegen, weil der Eindruck entstand, dass ich überhaupt keine Männer mehr kennenlerne. Das stimmte ja nicht. Ich habe sie nur nicht mehr so nahe rangelassen."  

Mit den Männern ist das so 'ne Sache. Das Prädikat, einst der heißeste Porno-Star der Republik gewesen zu sein, ist nicht immer von Vorteil. Ihr Traum bleibt aber eine Familie, mit Kindern, Eigenheim und möglichst vielen Klischees. Dass die Karriere dann einen Knick bekommen könnte, stört sie nicht. "Das wäre für mich einfach ein neuer Lebensabschnitt. Auf den würde ich mich freuen und ich müsste sehen, wie ich ihn meistere", sagt sie. Kinderkriegen-Panik wegen ihrem Alter hat sie nicht. "Ich würde auch eins adoptieren", sagt sie. Und das passt in die Schaffrath-Philosophie: Auf etwas Lust haben, es machen und wenn's hier und da ein bisschen hapert das Beste draus machen. Aber nie rumeiern oder labern, sondern ehrlich und authentisch bleiben.  

Weiteres Beispiel: die Schauspielerei. Irgendwann haben ihre Freunde gesagt, dass sie mehr kann als die Porno-Nummer. Also hat sie es im ernsthaften Schauspiel-Metier versucht. Dabei hat sie nie Schauspiel-Unterricht genommen. Will sie auch nicht. "Ansonsten verliere ich meine Natürlichkeit", erklärt sie. Dafür ist sie kritikfähig, hört genau hin, wenn ihr jemand etwas erklärt. So wie Dieter Pfaff, mit dem sie im Jahr 2000 in "Der tote Taucher im Wald" spielt. Der hat ihr viel über die Arbeit vor der Kamera erklärt und das beherzigt sie auch noch heute. Dass sie dabei immer noch von den zwei Jahren als aktive Gina Wild profitiert, ist ihr bewusst. "Klar, ohne Gina Wild würde ich hier nicht sitzen. Dann wäre ich für viele Leute nicht interessant", sagt sie und fügt hinzu: "Die Medien haben sich doch erst auf mich gestürzt, als ich, der gefeierte Pornostar, in die normale Branche wollte. Dann ging's los: Die Porno-Tussi im Abendfernsehen, geht das überhaupt?"  

Dass bis heute hinter ihrem Namen die Bezeichnung "Ex-Gina-Wild" geführt wird, stört sie nicht. Gina Wild gehört zu ihrem Leben, "den Namen werde ich mit ins Grab nehmen", sagt sie. Bereuen tut sie die Pornodarsteller-Zeit nicht. Sie sei alt genug gewesen, hat gewusst, was sie tut, ihr hat's Spaß gemacht. Und so sitzt sie in der Offenbacher Bar "13", isst Obstsalat, lacht, erzählt ohne Punkt und Komma, löffelt den Milchschaum vom Milchkaffee ab authentisch und natürlich.

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