Veronica Ferres: Darum spiele ich Marcos Mutter

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Veronica Ferres verfolgte das Schicksal von Marco in der Türkei aufmerksam.

Berlin - 247 Tage saß Marco W. im türkischen Knast. Vorwurf: Vergewaltigung. Sein Schicksal ist bald im TV zu sehen - Veronika Ferres spielt Marcos Mutter. Was ihr die Rolle bedeutet...

"247 Tage" heißt der Sat.1-Film, dessen Dreh heute gestartet ist  - so lange saß Marco W. aus dem niedersächsischen Uelzen im türkischen Gefängnis. Dem 17-Jährigen wurde 2007 vorgeworfen, beim Urlaub mit seiner Familie in der Türkei eine Britin (13) vergewaltigt zu haben.

“Das Drehbuch von Johannes Betz zeigt auf sehr spannende Art und Weise ein universelles Schicksal, das einen jeden von uns treffen kann“, erklärte Ferres vor Drehbeginn.

Auf bild.de schilderte die 44-jährige Ferres, was ihr die Rolle bedeutet. "Unglaublich, was diese Familie durchlebt hat. Die Mutter, selbst eine Bewährungshelferin, musste zusehen, wie ihr Sohn der Willkür der türkischen Justiz ausgeliefert wurde."

Marco saß acht Monate in einem türkischen Gefängnis

Mit der Verfilmung des Dramas solle gezeigt werden, wie eine bis dahin unbescholtene Familie psychisch und finanziell völlig ruiniert wurde, so Ferres. Sie selbst habe Marcos Schicksal 2007 aufmerksam verfolgt. "Mit war bis dahin nicht bewusst, dass es keinen Unterschied zwischen Erwachsenen- und Jugendstrafrecht in der Türkei gibt", sagte sie.

Vladimir Burlakov spielt Marco, Herbert Knaup den Vater des Jungen und Luk Pfaff dessen Bruder Sascha. Außer auf Malta soll auch in Niedersachsen gedreht werden.

Der Film erzählt die Leidenszeit des damals 17-Jährigen Marco und seiner Familie, die bei einer unbeschwerten Ferienreise 2007 an der türkischen Riviera begann. Die Mutter einer 13-jährigen Britin zeigte den Jugendlichen wegen sexuellen Missbrauchs ihrer Tochter an. Marco wurde vor dem Heimflug festgenommen und saß mehr als acht Monate im türkischen Gefängnis.

Der Fall aus deutscher Sicht: Ein missglückter Urlaubsflirt

In Deutschland wurde der Fall von Beginn an eher wie ein missglückter Urlaubsflirt gesehen, bei dem der Jugendliche die Rolle des Pechvogels und nicht die eines Straftäters hat. Die Justiz in der Türkei hingegen vertrat eine andere Auffassung.

Was Marco im türkischen Gefängnis erlebte, schrieb er in seinem Buch “Marco W. - 247 Tage im türkischen Knast“ auf. Zeitsprung Entertainment erwarb die Filmrechte. “Unser Anspruch ist es, diese dramatische Geschichte so sensibel und der Wahrheit entsprechend zu erzählen, wie es sich 2007 zugetragen hat“, sagte Jochen Ketschau, der verantwortliche Sat.1-Redakteur.

Marco war im September 2009 vom Gericht in Antalya wegen sexuellen Missbrauchs zu zwei Jahren, zwei Monaten und 20 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte den Übergriff immer bestritten. Sein Anwalt legte Berufung gegen das Urteil ein.

dpa

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