Über ihn lacht die Republik

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Emil Ferrari aus Dieburg bei einem TV-Auftritt.

Dieburg – Ingo Appelt kündigt ihn im „Fun Club“ auf RTL 2 als „jung und spritzig“ an. Auch bei „TV Total“ und im „Quatsch Comedy Club“ hatte er schon einen Auftritt: Der 15-jährige Emil Ferrari aus Dieburg ist der Neueinsteiger in der Comedy-Szene. Von Jens Dörr

Ein Klassen-Clown sei er nie gewesen, meint der Schüler: „Dafür war ich zu introvertiert.“ Die lauten, aggressiven Aussprüche eines Mario Barth sind ohnehin nicht seine Sache: Emil Ferrari mag den lässigen, trockenen Witz. So präsentiert er sich auf der Bühne und so kommt er auch im Interview rüber. „Wenn ich mich verstellen würde, ginge die Sache schief“, sagt er. „Ich versuche, viel Persönliches von mir preiszugeben, ruhig zu erzählen und die Sachen zu vermeiden, die ich nicht kann.“ Das seien etwa Dialekte. Die lässt der junge Mann, der mit Nachnamen tatsächlich wie der berühmte Sportwagen heißt, weg.

Inspirieren lässt sich der Spaßmacher etwa vom US-amerikanischen Komiker George Carlin. Unter den deutschen Comedians findet er beispielsweise mit Dieter Nuhr und Olaf Schubert Künstler, die ihm gefallen. Bei Schubert habe das auch damit zu tun, dass dieser in sein Programm musikalische Elemente einbaue. Das plant auch Emil Ferrari: Er singe gerne und spiele Gitarre, da lasse sich was draus machen, sagt er. Geschrieben hat er ebenfalls schon immer gerne, die Texte im Rampenlicht stammen stets aus seiner Feder.

Zauberei bei Florian Mücke gelernt

Bevor er Witziges zu Papier brachte, war er beim Dieburger Zauberei-Lehrer Florian Mücke in die Lehre gegangen: Mit neun Jahren erlernte Ferrari dessen Kunst und gab auf Kindergeburtstagen den Zauberlehrling Harry Potter. „Das war lustig, die Kinder waren oft kaum jünger als ich“, blickt er zurück.

Emil Ferrari aus Dieburg.

Wenn er auf der Bühne stehe, baue er gerne den Kontakt zum Publikum auf. „Beim Zaubern wurde trotz Stotterns geklatscht, weil zumindest der Trick funktioniert hat“, sagt er.

Also rauf auf die Bühne zum Erzählen: 20 Minuten lang war sein erster Auftritt 2008. „Die Leute haben gelacht und ich wusste gar nicht wieso“, erinnert er sich an den Auftritt im Aschaffenburger Hofgarten, Urban Priols Wohnzimmer. Rasant ging es weiter: Auftritte bei „Nightwash“, der „Talentschmiede“ und im „Quatsch Comedy Club“ folgten, aber eben auch bei „TV total“. Eltern, Schule, Mädchen, Rauchen, Killerspiele lauten seine Themen, wovon zahlreiche Videos im Internet zeugen.

Eigenes Show-Progamm als Ziel

Ziel bleibt ein eigenes Show-Programm, bei dem er mehr ausprobieren kann. Mit „Badesalz“-Recke Gerd Knebel und der Gruppe „Young Comedians“ ist bald eine Tour geplant, bei der weitere Asse unter 30 Jahren dabei sind. Der Dieburger wird mit seinen 15 Jahren auch hier der Jüngste sein – und vielleicht dennoch der Witzigste.

Infos: http://www.emilferrari.de

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