Was trägt die Braut?

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Die schwedische Kronprinzessin Victoria und ihr bürgerlicher Freund Daniel Westling nehmen im königlichen Palast in Stockholm ein Geschenk entgegen.

Stockholm - Die Vorbereitungen für die Hochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria mit Daniel Westing laufen auf vollen Touren. Für die beiden Hauptpersonen wird es immer stressiger. Und immer noch ist das Hochzeitskleid geheim.

Je näher die Hochzeit, umso heftiger der Stress. Auch für royale Brautpaare samt Familien gilt diese anstrengende Regel, wie sich in Stockholm zeigt. Kronprinzessin Victoria und ihr Bräutigam Daniel Westling hetzen nach heimischen Medienangaben zu allerlei Kostümproben, Trauungsproben und sonstigen Proben, damit bei ihrer Traumhochzeit am Samstag nichts schiefgeht.

Unbedingt geheim gehalten werden soll bis zur letzten Minute, wer das Brautkleid für die 32-jährige Victoria mit angeblich neun Meter langer Schleppe entworfen hat. Und das dürfte noch das geringste praktische Problem bis zum Ja- Wort im Stockholmer Dom sein.

König und Polizei streiten über Sicherheitsvorkehrungen

Schwedens König Carl XVI. Gustaf (64) liegt in heftigem Streit mit der Polizei über die aus seiner Sicht übertriebenen Sicherheitsvorkehrungen bei der großen Kutschfahrt seiner Tochter und ihres Prinzen. Königin Silvia (66) muss sich um die traurige Prinzessin Madeleine (28) kümmern, die nach der Auflösung ihrer eigenen Verlobung mit dem eleganten, aber leider auch untreuen Anwalt Jonas Bergström ausgerechnet bei der Hochzeit der Schwester mit tausend offiziellen Gästen erstmals wieder öffentlich auftreten muss.

Erschöpfte Kutschpferde

“Volle Fahrt voraus bis zur Hochzeit“ umschrieb “Svenska Dagbladet“ die Stimmung am Stockholmer Hof und bildete dazu einen schon jetzt leicht erschöpft wirkenden Schimmel namens Salvador ab. Das Pferd soll die Kutsche mitziehen, die Victoria und Daniel vor vielleicht einer Million Schaulustigen nach der Trauung durch Stockholms Innenstadt bringt. Der Dom ist bereits für alle Besucher gesperrt und wird für die Zeremonie geschmückt. Während die Route der Kutschfahrt und einer anschließenden Bootsfahrt zum großen Galafest im Schloss bekannt sind, gehört die offizielle Gästeliste zu den vielen Heimlichkeiten rund um die Hochzeit des Jahres. “Sicherheitsgründe“ heißt es in Stockholm.

Anderswo ist man nicht so verschwiegen: Aus Japan wurde bestätigt, dass Kronprinz Naruhito kommt, Thailands Königshaus schickt Prinzessin Sirindhorn. Wie immer bei solchen Gelegenheiten so gut wie vollzählig vertreten sind die auch verwandtschaftlich mit Victoria verbündeten skandinavischen Königshäuser aus Norwegen mit König Harald V. und Dänemark mit Königin Margrethe II. an der Spitze. Durch die “zweite Garde“ vertreten wird der britische Hof mit Prinz Edward und seiner Ehefrau Sophie Ryhs-Jones. Eigentlich wäre protokollarisch der Thronfolger, Prinz Charles mit Ehefrau Camilla bei der Eheschließung einer “Thronfolger-Kollegin“ angesagt.

Der Hofkoch bereitet sich auf 500 Hochzeitsgäste vor

“Ich werde für 500 bis 600 Gäste kochen“, verrät der Stockholmer Starkoch Stefano Catenacci, der sonst im “Opernkeller“ für zahlungskräftige Kundschaft kocht. Was er für das Festbankett am Samstagabend im Stockholmer Schloss komponiert hat, darf Catenacci natürlich noch nicht ausplaudern. Dabei hat es auch schon diverse Probeessen mit royalen Testspeisern gegeben.

Fast gar nicht mehr geheim ist das voraussichtliche Hochzeitswetter: Es werde nicht kalt, überwiegend trocken, aber wahrscheinlich auch die meiste Zeit bedeckt sein, teilte das Meteorologische Institut SMHI mit. So war es auch auf den Tag 34 Jahre vor Victorias Hochzeit, als ihre Mutter, die gebürtige Heidelbergerin Silvia Sommerlath, am 19. Juni 1976 zusammen mit König Carl Gustaf nach ihrem Ja-Wort im Dom in der offenen Kutsche durch Stockholm fuhr und von 180 000 Schaulustigen bejubelt wurde.

Eine Sendewoche zur Hochzeit im schwedischen Fernsehen

Schwedens größter Fernsehsender SVT startete schon mit seinen täglichen Liveprogrammen zur Hochzeit. “Wir haben unglaublich viel Sendezeit die ganze Woche“, grinst Moderator Mark Levengood und scheint selbst ein bisschen zu zweifeln, ob man das einigermaßen sinnvoll füllen kann. Da fällt ihm ein, worum es eigentlich geht: “Eigentlich ist es ja egal, wie man zu den Royalen steht. Das Wichtigste bei dieser ganzen Angelegenheit ist die Liebe. Die muss auch bei uns einfach immer im Zentrum stehen.“

Thomas Borchert/dpa

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