Gefragt in der Frankfurter Tätowier-Szene:

Victoria van Violence ist gefragt als Tatoo-Model

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Sexy und heimatverbunden: Model Victoria van Violence zeigt ihr Frankfurt-Tattoo auf dem Oberarm.

Frankfurt – Mit acht Jahren hat sie ihr erstes Tattoo bekommen. Allerdings mit Henna-Farben. Das erste richtige Tattoo ließ sie sich mit 16 stechen, damals hielt ihre Mutter noch Händchen. Unzählige weitere Tattoos folgten. Die sind neben den grün-blauen Haaren zum Markenzeichen von Victoria van Violence geworden. Von Julia Renner

Seit einem Jahr arbeitet die Frankfurterin als Model, hat schon für renommierte Marken vor der Kamera gestanden und war schon auf Titelseiten von Zeitschriften zu sehen.

Die grünen Haare sind zwar ihr Markenzeichen, trotzdem variiert sie gern. Derzeit sind die Haare grün-blau.

Schon in der dritten Klasse wusste die kleine Vicky, dass sie anders ist als die meisten. Neulich hat sie ein Bild gefunden, das sie damals von sich selbst gemalt hat,erzählt sie. Als kleines Mädchen ist sie darauf zu sehen – mit grünen Haaren. „Grün ist jetzt meine Farbe“, sagt die 24-Jährige. Denn grün waren ihre Haare auch, als sie ihr erstes Foto-Shooting hatte. So ziemlich jede Farbe hatte sie davor schon ausprobiert. Doch Grün brachte ihr Glück.

Auch wenn der Fotograf, vor dessen Kamera sie damit im August vergangenen Jahres stand, von der Farbe anfangs wenig begeistert war. Er hatte einen Aufruf gestartet, suchte tätowierte Mädels, die er für ein Szene-Magazin ablichten wollte. Trotz der Haarfarbe fotografierte er Victoria. Als sie sich im Oktober schließlich auf dem Cover einer Tattoo-Zeitschrift sah, hat sie vor Freude geweint. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt sie. Dann ging alles ganz schnell: Etliche Fotografen haben angefragt, jetzt ist ihr viertes Titelfoto erschienen – auf einem amerikanischen Magazin. Im Mai war sie bei einer Werbekampagne der Bekleidungsfirma Buffalo im Taunus dabei, auch für die Haarpflegemarke Paul Mitchell hat sie schon geworben.

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Als Tattoo-Model sieht sie sich allerdings nicht. Eher als Alternativ-Model, sagt sie. Ob sie später einmal hauptberuflich als Model arbeiten wird, darüber macht sie sich keine Gedanken. „Ich lasse das alles auf mich zukommen“, sagt sie. Derzeit steht das Studium an erster Stelle. Anglistik und Germanistik studiert sie in Darmstadt, nächstes Jahr ist sie fertig. Dann wird sie zusammen mit ihrem Freund, einem Musiker, nach Berlin ziehen. Sich im PR-Bereich selbständig zu machen, könnte sie sich dann vorstellen, schließlich arbeitet sie schon länger nebenbei in einer PR-Agentur.

Bis es soweit ist, stehen allerdings noch zahlreiche Shootings an. Für die Tierrechtsorganisation Peta ist die Veganerin bereits gebucht, ebenso für eine Kampagne unter dem Motto „Kein Bock auf Nazis“. Damit wird sie für Inhalte vor der Kamera stehen, mit denen sie sich identifizieren kann. Das ist ihr wichtig, sagt die 24-Jährige. Wichtig ist ihr auch ihre Heimat Frankfurt. Die Skyline hat sie sich samt Frankfurt-Schriftzug sogar auf den Oberarm tätowieren lassen. Die nächsten Tattoo-Motive hat sie bereits im Kopf, sagt sie. Aber sie will es langsam angehen. Und die Hände sind tabu. Das hat sie ihrer Mutter versprochen.

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