Interview: Über Thriller-Pläne und Angst

Schweighöfer wird der Komödie untreu

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Matthias Schweighöfer nimmt sich sehr viel Zeit für seine Fans, die zur Vorstellung seines neuen Kinofilms „Der Nanny“ ins Cinemaxx in Offenbach gekommen sind.

Region Rhein-Main - Schauspieler Matthias Schweighöfer tourt derzeit für seinen neuen Kinofilm „Der Nanny“ durchs Land.  Dem EXTRA TIPP verriet der Frauenschwarm in Sulzbach, dass er ein Angsthase ist und der Komödie bald untreu werden will.Von Angelika Pöppel 

 

In deinem aktuellen Kinofilm „Der Nanny“ spielst du einen fiesen Immobilienhai, der alte Mieter aus ihren Wohnungen rausekelt. Hast du so etwas schon selbst erlebt?

Meinem Vater und meiner Stiefmutter ist genau das passiert: Ihnen wurde alles genommen, was sie im Leben hatten. Ein Frankfurter Investor hat das Haus in Berlin gekauft und den Mietvertrag für das Antiquariat meiner Stiefmutter im selben Haus gekündigt. Somit war sie in diesem Moment arbeitslos. Und der Investor hat dann selbst das Haus bezogen. So entstand die Idee für den Film.

Gibt es noch eine Parallele zwischen dem Film und deinem echten Leben? Beschäftigst du auch eine Nanny?

Eine Nanny habe ich nicht mehr, aber es gibt Omas und auch den Patenonkel Milan Peschel, die man in die Pflicht nehmen kann. Ich arbeite aber auch sehr viel und bin auch oft weg von meinen Kindern. Aber im Film hat der Vater überhaupt keinen Bezug mehr zu den Kindern.

Joko Winterscheid spielt deinen skrupellosen Geschäftspartner: Wie kam es dazu?

Wir kennen uns noch aus der Zeit, als wir beide nicht bekannt waren. Da haben wir im selben Haus in Berlin gewohnt, waren also Nachbarn.

Du warst ja auch schon oft zu Gast in seiner Comedy-Show „Circus HalliGalli“. Wenn du nicht erfolgreicher Schauspieler geworden wärst, wäre so eine Sendung auch etwas für dich?

Ja klar, dass macht bestimmt total Spaß. Ich kenne die ganze Mannschaft, die Truppe ist super!

Joko muss in der Show „Duell um die Welt“ waghalsige Aufgaben erfüllen. Würdest du dich trauen, beispielsweise eine Nacht auf einem Felsabhang in den Alpen zu verbringen oder ungesichert Gebäude zu erklimmen?

Nein das würde ich mich absolut nicht trauen. Beim „Duell um die Welt“ würde ich immer verlieren. Ich würde die Aufgaben wahrscheinlich gar nicht erst antreten und einfach zu Hause bleiben.

Hast du vor etwas speziellem Angst?

Nein, ich habe Angst vor allem. Ich habe generell Angst.

Stichwort Angst: Traust du dich auch mal etwas anderes zu machen als die Komödie?

Meine Filme haben immer einen ernsten Hintergrund. Man muss das Ernste eben mit Humor verbinden, weil ein Großteil der Menschen Komödien schaut. Ich will weiterhin ernstere Stoffe in einen humorvollen Mantel packen. Es ist auch definitv schon etwas richtig ernstes geplant – meinen nächsten Film mache ich mit Florian David Fitz. Auch mehr in Richtung Arthouse wird noch kommen. Aber ich habe jetzt einfach großen Spaß an der Komödie. Mal schauen!

Aber wird die Komödie nicht auch irgendwann langweilig?

Nein. Die Komödie ist eigentlich die Königsklasse für den Schauspieler. Sie ist sehr schwer zu spielen, es ist schwer das richtige Timing zu haben – das ist die große Herausforderung.

Wird man dich dennoch mal in einem Thriller oder Drama sehen?

Ich habe total Lust darauf, auf alles. Das wird auch kommen. Aber dafür müssen wir erst noch ein bisschen Geld verdienen. David Fincher hat großartige Thriller gemacht, die aber sehr, sehr teuer waren. Und gute Thriller müssen gut aussehen.

Können wir uns auch bald wieder auf einen Film aus Frankfurt oder Hessen freuen?

Es kann sein, dass wir hier mal wieder etwas drehen. Ich habe auch schon etwas im Kopf, aber das ist noch nicht spruchreif.

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